Do it….

…..yourself….Fiel der letzte Blogbericht etwas poetisch aus holte kurz darauf die harte Realität den Hobbydichter ein…es gibt ja diese Wochen in denen alles irgendwie nicht funktionieren will…im Badezimmer läuft das Wasser nicht ab, dafür läuft es in der Küche auch bei geschlossenem Haupthahn heraus….die Waschmaschine gibt merkwürdige Geräusche von sich und beim Versuch einen Granatapfel mundgerecht zu zerkleinern wurde danach ein neuer Wandanstrich fällig….der Versuch die dafür benötigte Farbe per Auto aus dem Baumarkt zu holen scheiterte daran das der Wagen gar nicht erst ansprang…totaler Batterieausfall obwohl die grosse Inspektion erst 3 Monate zurücklag..dafür gibt der Hersteller dann die Mobilitätsgarantie was nichts anderes bedeutet als das du dich zu bewegen hast…allerdings bleib ich mit dem Fahrrad an der von zu Hause am weitesten entfernten Stelle mit einem Platten liegen…wer sein Fahrrad liebt der schiebt….völlig entnervt endlich wieder angekommen hatte der Sohn einen total Blackout verursacht…sämtliche Sicherungen waren rausgeflogen beim Versuch das Handy aufzuladen…vor allem hatte sich dabei aber mein Router zerlegt…ich war also nun Mutterseelen allein auf dieser Welt da meine digitale Existenz aufgehört hatte zu existieren…blieb also genug Zeit all die Schadensfälle in Griff zu bekommen und nebenbei noch den immer wieder verschobenen Aufbau des Ikea Kleiderschrankes in Angriff zu nehmen…Wer sich also in solcher Schadensbegrenzung versucht sollte nicht auf irgendwelche Handwerkerhilfe hoffen…die machen Termine frühestens im Frühsommer 2022 und bis dahin habe ich mit meinen lecken Wasserhähnen alle 4 Stockwerke des Hamburger Mietshauses geflutet…eine gut ausgestattet Heimwerkerwerkstatt ist von Vorteil sowie unbegrenztes Selbstvertrauen in die eigenen Fähigkeiten…sowie intensives Gottvertrauen…wer nicht gläubig ist wird es spätestens jetzt denn du brauchst die Kraft diesen einen mysteriösen Hahn da unter dem Waschbecken mal voll aufzudrehen…ohne zu wissen was das für Folgen hat…vielleicht noch schnell eine umfangreiche Hausratsversicherung abschliessen, inkl. Wasserschaden und Feuersbrunst ? Egal, selbst ist der Mann , auch die Frau…bekannt ist schliesslich das die wahren Gefahren des Lebens nicht nachts auf der Reeperbahn lauern sondern tagsüber in der eigenen Wohnung…Eine Woche später war alles geschafft und leidlich heile…fast alles….ein grosses Problem war noch zu lösen…welchen Schraubenschlüssel brauche ich wenn die Frau meines Herzens nicht so will wie ich :-)

Herbst…

…Insel…Jeder braucht seine Insel….Manche finden sie in den Bergen, manche auf hoher See…mal ist sie weit weg gelegen, mal ganz nah, mal bleibt sie für immer ein Traum…Meine liegt in der Ostsee und Unerschrockene kommen sogar zu Fuss dorthin, ich nehme lieber die Fähre :-) Dann bin ich dort und die Zeit ist irgendwie stehen geblieben. Das Leben läuft langsamer und wenn die letzte Fähre die Tagesurlauber wieder zum Festland bringt kehrt Ruhe ein…auf der alten sandigen Dorfhauptstrasse kehrt der Pferdeäpfelsammler die Überreste der Kutschenpferde auf…das wäre auch mein Traumjob…garantiert nicht digital aber zukunftssicher, ohne 8 stündige ZOOM Konferenzen aber mit viel frischer Seeluft…Frau und Manm baden hier nackt…da muss ich als Quasieinheimischer natürlich genauso in die a…kalte Ostsee springen…wer zögert hat schon verloren…hinterher brennt die Haut und Finger und Füsse sind gefühllos…ein grossartiges Gefühl langsam wieder warm zu werden. Es gibt auch nichts zu tun oder zu erleben…ich kenne jeden Weg und grüsse jeden Baum, jede Möwe…Kein Shoppingwahn und keine Möbelhäuser mit 80%Rabattaktion, dafür jeden Tag 10km den Strand einmal hin und wieder zurückwandern. Der Regentag war der Schönste…nun völlig allein am Strand…Nass von oben und nass von unten…alles grau in grau…eine Symphonie für den Herbstmelancholiker und Berufspessimisten…Nachts auf dem Deich, um mich herum gut 100 Schafe ,über mir der Nachthimmel…nicht so ein matschiges Nachtgrau wie das vom Grosstadtnachthimmel…unendlich viel Sterne und auch die Milchstrasse macht ihrem Namen alle Ehre…starre mit offenem Mund nur nach oben und stosse beinah mit einem regunslos zwischen den Schafen stehenden Kutscherpferd zusammen…das fühlt sich immerhin besser an als ein Aufprall mit einem amokfahrenden E-Scooter….Der Blick nach oben zeigt…alles ist relativ…auch dort herscht stetiger Wandel …aber ganz langsam, in anderen Zeitverhältnissen…wohingegen wir den Wandel zum Selbstzweck erklärt haben und ohne Ruhepause uns ständig wandelnd um uns selbst drehen..ohne Rücksicht auf Verluste …nur das Ego zählt…tja, das Inselleben ist ruhiger , dafür können die Gedanken umso besser fliessen…bald wird mich der Moloch Grosstadt wieder fressen…aber in mir kann ich noch monatelang von Inseleindrücken zehren…bis ich dann wieder los muss…ganz dringend und ohne Umweg…auf meine Insel !

PS: Ein besonderer Gruss an Daniel und seine Familie die jetzt Urlaub auf besagter Insel machen, wir sind auf den Fähren quasi aneinander vorbeigefahren…aber es wird nochmal klappen mit unserem Treffen !

PS: Und noch ein ganz besonderer Gruss an Sara : Deine Inselmails zu lesen brachten den Sonnenschein schon um 6 Uhr morgends !

Verdammt…

…lang her, verdammt lang her….ups, ich mache schon wieder mit einem Musikthema einen Text auf, dabei ist das hier doch ein Fotoblog…egal, in der Wiederholung liegt die Würze…und apropos Wiederholung…woran merkt man das man älter geworden ist .? ..Richtig, das einem die eigenen Kinder auf den Kopf spucken können…und das man Jubiläen vergisst…ich musste schon verdammt weit runterscrollen um zu schauen wann das hier losging …kann jetzt mal langsam anfangen Kekse zu backen und Girlanden aufzuhängen für die grosse Geburtstagsfeier nächstes Jahr…und da ich vermutlich der Einzige bin der bis auf Start zurückgeht werde ich jetzt heimlich alle alten Beiträge wiederholen…was ARD und ZDF können kann ich schon lange :-) Es kommen also all die Geschichten aus der Zeit wieder die mit …es war einmal….beginnen, also es war einmal ein toller Fotograf der in heroischem Selbsteinsatz Meisterwerke deutscher Lichtbildkunst…hach, die gute alte Zeit…wie schön das die Erinnerungen die damaligen Katastrophen weitgehend verdrängt haben…Heute besteht das Heroische in der bezahlten Fotografie darin möglichst viele Bilder möglichst schnell und billig zu produzieren und die wahren Kings sind Contentmanager und Geschäftsführer unaussprechlicher hochverschuldeter StartUps…Da bin ich raus, jetzt im dem kurzen Zwischenleben wo sich Umschulungen nicht mehr lohnen aber die schmale Rente noch auf sich warten lässt…ausserdem : Einmal Fotograf, immer Fotograf ….und folgerichtig gehe ich mit meinen Weisheiten jetzt den Fotokursteilnehmern der VHS Hamburg auf den Wecker oder biete persönliches Coaching an…obriges Bild entstand übrigens während eines solchen Fotowalks…ich erzählte schon über das Projekt Sternbrücke in Hamburg wo wir über alle 4 Jahreszeiten hinweg einen Ort dokumentieren der demnächst komplett grundsaniert…sprich totgelegt wird….und wie immer geht der Herr Kursleiter und Fotodozent todesmutig und unerschrocken als Vorbild voran…ich kann euch sagen das es schon ein interessantes Gefühl ist so ein 40 Meter Doppelgelenkbus in hoher Geschwindigkeit 30cm neben seinem Kopf zu spüren….wenn der Fahrer/die Fahrerin jetzt gerade Niesen muss und das Steuer verzieht gibts für mich ne Ohrfeige…Egal, ohne vollem Einsatz kein gutes Bild und so voller Selbstlob…geht eigentlich gar nicht aber das Bild hat alles was ein solches Bild meiner Meinung nach haben soll : Geschichten. Achtet auf die Details , z.B. die kleine Gruppe von Touristen die gerade mit einem Smartphone ein Selfie von sich machen…seht den Vogel oder die Bahn und die Puppe…nun, die hat noch eine ganz eigene Geschichte..dazu vielleicht später mal. Was ist noch zu sagen …..ach ja, bleibt mir treu bis zum Juni 2022….das wäre toll !

Sonntagnacht…

…. laut dröhnt die Musik in der Bahnhofsdisco…passenderweise Live Station genannt…und Ruhrgebietstypisch ist harte Grungemusik angesagt… vorzugsweise von solchen Bands wie die mit dem hoffnungsvollen Namen Suicide Kommando…egal, nach uns die Sintflut und vor uns das harte Studentenleben…da muss man sich mal ein paar Stunden Auszeit gönnen…den Mädchen schöne Augen machen, beim Headbanging Kopfschmerzen bekommen und mit Schrecken an den Abgabetermin der wichtigen Prüfungsarbeit denken…äh…. gleich wieder verdrängen….lieber noch ein letztes Bier….und dann mit Sonnenaufgang in der Strassenbahn zurück in die Bude…um einen herum genauso übermüdete Stahlarbeiter…nur das die zur Frühschicht müssen derweil wir noch auspennen können…das Leben könnte so weitergehen wenn man nicht die baldige Kündigung des monatlichen elterlichen Schecks vor Augen hätte…Montagmittag langsam aufwachen und versuchen sich an den Namen der Frau zu erinnern die da merkwürdigerweise neben einem liegt…Walkman aufsetzten und die Musik hochdrehen, das erspart lästige Gespräche….schnell die letzte Scheibe Brot mit Doppellage Nutella verschlingen und ab zur Hochschule…mit irgendwas muss man ja die Zeit bis zum nächsten Discotermin am Mittwoch füllen…Tja Leute, nicht nur den Walkman gibt es nicht mehr, auch die Doppelschnitte Nutella ist nicht mehr erlaubt…Körnermüsli ist angesagt und man wacht jeden Morgen neben derselben Frau auf und hört die Kinder schon quengeln…irgendwas ist da im Leben passiert….aber mal wieder so richtig Partytime…hätte was.. so mit schunkelndem Rollator beim Rentnertee :-)

Schleichwerbung….

….Vorsicht ! Unbezahlte Werbung mit seriösem Kaufangebot :-) Weihnachten steht bekanntlich kurz vor der Tür und wer da noch nicht fündig geworden ist kann ab sofort dieses literarische Machwerk vorbestellen, Erscheinungstermin Ende September….noch sitze ich mit der Lektorin vom http://www.rheinwerk-verlag.de vor den letzten Korrekturen aber wir schaffen es rechtzeitig vor dem Fest der Feste. Meine Berufskollegen wetzen schon die Messer, äh…Stifte um wütende Leserbriefe zu verfassen was für ein Bockmist ich da von hoher Kanzel verkünde…schätze mal das der Verlag schnell eine zweite korrigierte Ausgabe herausbringen muss….egal…ich verdiene bei jeder neuen Auflage mit :-) Apropos verdienen…hätte nie gedacht das man für soviel Arbeit sowenig Geld bekommt…ich dachte bisher immer der soloselbstständige Fotograf hätte einen der schlechtbezahltesten Arbeitsplätze….nun, bekanntlich geht es immer noch schlechter….wenn ihr mir also eine kleine Unterstützung zukommen lassen wollt, so ganz inkognito….ich biete dafür ca. 350 Seiten Erfahrung aus 25 Jahren Fotografie von Still Leben zum nachkochen…will sagen …kopieren und besser nachmachen…Wird man als Schriftsteller eigentlich automatisch berühmt ? So ein kleiner Orden zum Lebensende würde irgendwie gut passen…oder hätte ich dazu noch eine tolle zu Herzen gehende Liebesgeschichte mit in die Kapitel einbauen müssen ? Und wieviele Bücher muss ich selbst aufkaufen um auf der Spiegel Bestenliste aufzutauchen ?…hm…da hilft wohl nur noch schnell einen Lottoschein auszufüllen…wie meinen…die Chancen mit so einem Fachbuch berühmt zu werden ist genauso hoch wie im Lotto zu gewinnen ? …Das ist jetzt mies , das hättet ihr mir vorher sagen sollen, dann hätte ich statt zu schreiben den Verlagsvorschuss in meiner Sylter Lieblingskneipe mit Küstennebel durchgebracht…Den kennt ihr nicht ? Gibts im gut sortierten Getränkefachhandel und der Name ist Programm, dagegen ist Ouzo ein Kleinkindgetränk….Also , mit euch auf den Erfolg und hoch der…hicks..äh…Nebel ..ähm..na ihr wisst schon :-)

Baby…

……ach Papa…sagte mein Sohn und sah mitleidsvoll auf mich herab….du mit deinen Altersweisheitssprüchen….lass mal stecken, wir sind jetzt dran….tja, die Zeiten ändern sich und selbst kleine Kinder werden grösser….kaum zu glauben das der mal in eine Wiege gepasst hat…und dann wenige Jahre später quietschvergnügt auf meiner Schulter sass und jede Menge unsinnige Kommentare abgab…und vor jeder Alarmanlage an den Hauswänden der sehr langen Hauptstrasse Richtung Kindergarten musste eine längere Betrachtungspause eingelegt werden…auch bei strömendem Regen…Heute ist er dank der vielen Biovollmilch 10cm grösser als ich…muss mich wohl mal in der Damenschuhabteilung nach Stiefeln mit sehr hohen Absätzen umsehen um so Aug in Aug die väterliche Autorität wiederherzustellen…wenn Mann/Frau dann in so ein Alter kommt wird es für manche Zeit sich nach einem neuen Baby umzutun…irgendwie fehlt einem das schreiende Etwas und wohin mit all der Vater/Mutterliebe ? Da dieser Blog jugendfrei ist werden wir dabei eine Möglichkeit nicht erörtern…ist vielleicht auch nicht ratsam kurz vor der Rente noch……Neulich war ich als Fotograf mal wieder an der Sternbrücke in Hamburg (ich berichtete hier ja schon über meinen VHS Fotokurs mit dem Dokumentationsprojekt). Der Kurs wird fortgesetzt und meine Teilnehmer sind richtig gute Fotografen…da muss ich mich anstrengen um weiter Hero OF Photography zu bleiben….Wenn man da so 3-4 Stunden herumschleicht kommt man fast automatisch mit einigen Anwohnern ins Gespräch…Ich fragte ob ich mal ein Bild in der Wohnung machen dürfte…die lag im Hausmaklerjargon verkehrstechnisch günstig…im ersten Stock, vorne eine 4 spurige Haupteinfallstrasse, 5 Meter hinterm rückwärtigen Fenster eine 4 gleissige Hauptstrecke für S-Bahn und ICE/Güterverkehr….Steigerung kaum möglich…Ich durfte in die Wohnung mit der Massgabe ..sein Baby bitte nicht zu stören….Ich wurde leicht stutzig , wusste ich doch das er mit seinem Freund zusammenlebte….und seit wann können aus so einer Beziehung Babys entstehen ? Entweder ich hatte im Biounterricht nicht aufgepasst oder dies könnte ein Fall für das Jugendamt werden…egal, das Foto musst gemacht werden…Die Wohnung war genauso alt wie die Brücke, also um 1890 gebaut und klein und voll…nur kein Baby in Sicht…Ich löste aus, der Kameraspiegel machte sein typisches Klackgeräusch und hinter mir ertönte leicht krächzend : Du Volltrottel….äh…ich ??? Und seit wann können Babys sprechen ??…Nun , sie können, zumindestens wenn es sich beim Baby um eine Mohrrübe kauende 8 jährige Papageiendame handelt deren Käfig fast das gesamte Zimmer der 3 Raumwohnung einnahm. Und deren Deutschvokabular sich durchaus ähnlich wie Das meines Sohnes sich auf das dringlich Notwendige beschränkte….immerhin war die Ansage präzise und ich durfte mich verabschieden….Wenn ich wiederkomme bringe ich mal mein neues Baby mit…Kampfkatze mit eingebauter Zerstörungswut :-)

Hier übrigens die Vorderansicht des Hauses….

Der Herr der Dinge…

…das sachte Plätschern der Atlantikwellen dringt durch die weit geöffneten Türen des Arbeitszimmers im bretonischen Schlösschen, direkt an der Steilklippe gelegen…erste warme Frühlingsstrahlen kitzeln das Gesichts des Schriftstellers…das Champangerfrühstück hat gemundet, jetzt wird es zur früher Stunde gegen kurz vor 12.00 Zeit sich an die Arbeit zu machen….zwei langbeinige Blondinen als Musen sollen den Autor dabei in jeder Hinsicht behilflich sein…der Verlag scheut keine Kosten…das Buch muss ein Volltreffer werden…noch aber liegen 450 leere weisse Blätter vor dem hoffnungsvollen Schriftsteller…womit wie anfangen ? Klar weiss der Autor immer alles und das auch noch besser als seine Leser…trotzdem bedarf es etwas Mühe sonst könnte ja jeder den Literaturnobelpreis bekommen….ein Mord wäre hilfreich, oder eine Tränen getränkte tragische Liebesgeschichte, am besten zwischen Dienstmädchen (verkappte Prinzessin) und Gutshofbesitzer (getarnter Königssohn)…aber wie bringe ich das in einem Fachbuch über die Kunst der Still Leben Fotografie unter.. ? Ich könnte natürlich meine Verlagslektorin meuchlerisch um die Ecke bringen…aber dann kann ich nicht mehr nach Stockholm zur Preisverleihung …vielleicht können mich meine beiden üppigen Blondinen auf andere Ideen bringen…wo sind die überhaupt…höre ich da etwa Schreie aus der Küche…Puh, ein Ortswechsel muss her, ein schottisches Kastel, vielleicht mal mit schwarzhaarigen Musen und einer wohlgebauten Schlossgespenstin pünktlich um Mitternacht….und viel Whiskey statt langweilig immer denselben Champagner saufen…da muss ich dem Verlag wohl eine etwas höhere Aufwandsentschädigung in Rechnung stellen, aber von Nichts kommt ja bekanntermassen…das Rauschen wird stärker….gleichmässiger prasselt der Hamburger Frühlingsdauerregen gegen die Fenster…missmutig schaut der Autor nach draussen…die erkaltete Kaffeetasse von heute morgen noch immer in der Hand, 450 leere Seiten …von unten ertönte aus der Nachbarmietswohnung Kindergebrüll, nebenan wird mit der Schlagbohrmaschine renoviert…wie soll ich mich da konzentrieren…der kleine Verlagsvorschuss ist längst durch die Stromrechnung verbraucht und das Auto muss noch zum TÜV…und in 2 Wochen wollen sie im Verlag die ersten beiden Kapitel fertig vorliegen haben…Das kommt davon wenn man die eine brotlose Kunst gegen eine andere noch brotlosere austauscht..viel Ehre aber nichts zu beissen…vielleicht hilft ein Spaziergang durch den matschigen Stadtpark…mit Still Leben Fotografie kenne ich mich aus….aber mit morden..? Muss wohl mal anfangen zu üben…Man soll ja nur über das schreiben was man auch kennt :-)

Saturday Night Fever…

Ahhhrgh…wildes Kopfschütteln…die Männer hatten längere Haare als die Frauen…die konnten dafür besser tanzen…Hells Bells…wir hingegen wetteiferten wer wohl die besten Kopfschmerzen davon tragen würde…der Erste stolperte und viel zwischen die Tanzenden…Schlappschwanz…Starway to Heaven…doppelte Lautstärke…stehe ich noch oder macht die Welt gerade Kopfstand…egal…Suicide Commando…nach uns die Sintflut…schneller…der Kopf beginnt zu dröhnen…wozu Drogen nehmen, geht doch…Somebody called me Sebastian…T-Shirt fühlt sich an wie ein Waschlappen…ist das neben mir ein Mann oder eine Frau…auch egal..LAUTER !!!!

Totenstille…seit fast einem Jahr…alles sehr aufgeräumt hier…und kalt…nacktes Neonlicht flackert…leere Räume mit leichtem Modergeruch.

Im Büro liegen Flyer mit den geplanten Konzerten 2020…alles eingestaubt…wir haben 2021….keiner geht ans Telefon und vor der Tür steht kein Türsteher…ich komme sogar mit Turnschuhen hinein….Die Stille macht mich fast verrückt, irgendetwas stimmt hier nicht…seitdem sich vor einem Jahr ein ungebetener Gast eingeschlichen hat und seitdem für Gespensterruhe sorgt…Hells Bells….aber über Kopfhörer zuhause und die Haare schütteln…geht erstens gar , zweitens fehlen die Mädchen und drittens ist das mit den Haaren mittlerweile auch weniger und kürzer…

Ich stehe an dem Ort des letzten Beitrages, der Sternbrücke in Hamburg. Diesmal nicht draussen im eisigen wind sondern drinnen im Club. In den Gewölben unter der Brücke befanden sich früher kleine Firmen, hier an dieser Stelle lag das Fundbüro der Deutschen Bahn…daher der Name des Clubs : Fundbureau….Ich frage die Chefin nach den Aussichten..sie sieht mich nur leer an und zuckt mit den Schultern…alle Hilfen sind aufgebraucht…keine Reserven mehr…traurig verlasse ich den Club… leise quietschend fällt die Tür hinter mir in Schloss…es regnet…Starway To Hell….

Island…

Nachdem der Fotograf im letzten Beitrag den Nullpunkt erreicht hat geht es jetzt noch weiter runter… :-) Mittwoch morgen, 3.30 ….ganz Hamburg schläft…ganz Hamburg ? Nein ein unerschrockener Held des Bildes hüpft bei -15 Grad um seine Kamera herum…das ist kein altindianisches Ritual um zu tollen Fotos zu kommen sondern der simple Versuch sich warm zu halten…und stösst dabei diverse Flüche aus…ja, auf Island stellst du deine Kamera auf ein Stativ , drehst dich einmal um die Achse und hast 30 supertolle Landschaftsfotos um die dich die Daheimgebliebenen beneiden…aber hier ? Ich stehe an einer von Hamburgs unwirklichsten Kreuzungen unter einer maroden Brücke…der Sternbrücke…In spätestens einer Stunde bricht hier die Hölle des Berufsverkehrs aus , oben die Hauptstrecke der Eisenbahn und unten eine 4 spurige Ein/Ausfallstrasse… und das bleibt dann auch bis spät abends so…Der Zufall hat mich aber nicht hier hin getrieben , ich bin sozusagen in offizieller Mission unterwegs…Da man ja als Soloselbstständiger heutzutage weder vom Erst- noch vom Zweitjob leben kann habe ich seit 1 Jahr auch noch einen dritten Job…ich darf an diversen VHS in Hamburg und drumherum ahnungslose Fotoenthusiasten mit meinem Wissen quälen…und die bezahlen auch noch dafür ! Ein herzliches Dankeschön also von dieser Seite dafür….jetzt aber hat es mich erwischt….Predige ich nicht ständig das das Fotografieren im Hochsommer bei 25Grad und Sonnenschein ein NO GO ist wohingegen Regen, Nebel und Schnee optimal für interessante Fotos wären…und gestern Abend begann es zu schneien…Tja, wer Wein predigt sollte seine Fotos nicht im Trockenen machen….oder so ähnlich…Mist ist nur das der Schnee meistens mit diesen Minustemperaturen daherkommt….:-) noch eine halbe Stunde , dann öffnet wenigstens der Frühkiosk unter der Brücke…ich sollte mich vielleicht schon mal für eine heisse Tasse Kaffee anstellen…oder gleich einen doppelten Klaren auf Ex ? Dann verschütte ich wenigstens den Kaffee nicht mit den vor Kälte zitternden Händen…Das kommt nun davon wenn man Fotokurse in Hamburg leitet, statt auf einem Kreuzfahrtschiff…wobei da ja auch gerade nichts zu tun ist…hier hingegen schon, die Brücke soll nämlich abgerissen werden und einem protzigen Neubau weichen …das finden wiederum die Nachbarn nicht nett und es gibt diverse Bürgerinitiativen gegen den Neubau, für den Neubau oder für …egal, mein VHS Kurs begleitet das ganze und dokumentiert fotografisch die Geschichte dieser Hamburger Ecke bis zum fertigen Neubau…und der Kursleiter geht unerschrocken mit schussbereiter Kamera voran..äh…steht herum und wartet das sich irgendetwas tut…das sollte es auch denn bald wird es hier gefährlich…was sind schon freilebende Eisbären mit Heisshunger in Island gegen sich überholende 40 Tonner auf der Stresemannstrasse unter der Sternbrücke in Hamburg…

Der Nullpunkt….

ist erreicht…wenn man Schlüssel zu 2 Wohnungen hat in denen gleichermassen halbvolle, zuvolle und leere Umzugskartons stehen, ausgepackte, eingepackte und noch zu verpackende Kartons in verschiedensten Grössen…und man sich fragt wie man in diesem Chaos wohl das Brotschneidemesser wiederfinden soll…Schachmatt…die Suche fördert dann Gegenstände zutage die man seit 10 Jahren vermisste…oder auch nicht…manches taucht wieder auf, manches verschwindet…der Fotograf hat noch den Spruch seiner Oma im Kopf : 3 mal umziehen ist wie einmal abgebrannt…nun, ganz so heftig ist es nicht aber was ist schon eine Survivalreise durch den Amazonas gegen den Versuch der Telekom einen bestehenden Anschluss ins neue Domizil zu verlegen…egal, irgendwann funktioniert wieder alles irgendwie..schnell alles zuspachteln und Farbe drüber…

Doch ich schweife ab…eigentlich wollte ich von einem ganz anderen Nullpunkt erzählen…als im vergangenen Herbst die Meldung kam das in 3 Tagen ein neuer Lockdown beginne tat ich das was man eigentlich nicht tun sollte….sich ins Auto setzen und reisen….immerhin allein mit 1,50Meter Abstand um mich herum :-) Die Fotoreisegeschichte über die B96 sollte unbedingt einen (vorläufigen) Abschluss finden…also 800km Autofahrt um das alles entscheidende Schild zu knipsen…Fotografen haben irgendwie einen an der Waffel :-)

Ich war schon mal kurz zuvor in Zittau gewesen…sehr beeindruckend…nur das Schild fand ich nicht , aber mit einer mail an die Stadt Zittau lies sich die Stelle lokalisieren…in Zittau selbst ist der Beginn der B96, in Sassnitz auf Rügen das Ende…aber wo dort wirklich Schluss ist kann man in Zittau unendlich im Kreis laufen…die B96 endet nicht einfach, sie verläuft als Ringstrasse um die Altstadt auf der alten Wallanlage. In Zittau ist es dabei so das die Altstadt eher neu ist, also renoviert, wohingegen fast alles jenseits des Wallringes…nun ja, renovierungsbedürftig erscheint. Das kam mir als Sohn des Ruhrgebietes sehr bekannt vor , eine Region die ihre gesamte Industrie verloren hat und von Erinnerungen lebt…kurzum , ich fühlte mich sofort wohl und machte mich auf die Schildersuche…

Trara !!! Da ist es …wie, komisch normales Schild mit uninteressanter Umgebung ? belangloses Foto ohne erkennbare Gestaltung und Sinn ? Tja, vielleicht hätte sich die Stadt Zittau wenigstens um effektvolle Beleuchtung des Null Kilometer Schildes bemühen können , doch angesichts einstürzender Altbauten müssen hier andere Prioritäten gesetzt werden…

zumindestens mein Hotel aber erwies sich als frisch renoviert…obwohl ich schon gerne mal als erster Gast seit 20 Jahren durch das verlassende Hotel Stadt Görlitz gespukt hätte…und siehe da, ganz in Liverpooler Industrietradition hat auch Zittau einen STAR CLUB, leider Corona bedingt ziemlich verweist…

Also, wer dann in Nachcoronazeiten mal seine Starqualitäten ausprobieren will, Zittau ist eine Reise wert und dann hier durch das Tor und gaaaanz hinten rechts halten…Nach 2 Tagen musste ich zurück, das Hotel warf mich bedauernd hinaus , cooronabedingter Lockdown mit Übernachtungsverbot…

…kaum war ich wieder zu Hause warf mich mein Vermieter hinaus…mittels zweier Presslufthämmer über mir und dem Argument der Kernsanierung…aber in diesem Jahr wird alles anders…habe jetzt nach dem Schleppen von ca. 300 Umzugskartons massig Muskelmasse angesetzt…und wenn ich nun diesem Coronadingsda begegne werde ich mal jemanden hinauswerfen :-)