no ideas…

berliner hinterhof… so ein shit auch dachte der fotograf und blickte sehnsuchtsvoll in den himmel…schmeisse hirn und idee herab …doch das einzige was fiel war der berliner sprühregen….nicht stimmungssteigernd wenngleich der alte innenhof durchaus charm hatte…der grosse unterschied zu den hobbyfotografen ist ja, das diese frohgelaunt durch die gegend streifen und lauter tolle ideen haben…derweil der profi angestrengt von superidee zu superidee rennt , schwer mit technik bepackt und wenigstens 101 gründen warum gerade dieses motiv dort a) unfotogen, b)schon 102 mal gesehen , c) vom kollegen xy bereits hinreichend gewürdigt war…und ausserdem war gerade nicht das passende zwingend notwendige stativ zur hand…also weiter ohne bild…was als hobby noch spass gemacht hat…und dadurch zum beruf wurde…verliert nun wenn die ideen kommen müssen rasch an frische und energie…genau darum sehen manche fotos von hobbyfotografen auch viel besser aus als die von berufsfotografen…und dann gibt es noch die jahre wo einem nicht richtig was einfallen will…immer trendig, immer frisch,immer neu…das schaffen die wenigsten aber genau das wollen die potenziellen auftraggeber sehen…wehe man geht nach einem vergangen jahr mit der selben fotomappe zum präsentationstermin…könnte passieren das man den fahrstuhl direkt wieder nach unten nehmen kann…solche jahre kennen viele meiner kollegen und ich hatte ebenfalls das zweifelhafte vergnügen ratlos durch die kamera zu sehen, nichts zu spüren und derweil den schwund des kontos festzustellen…was wiederum zu schlaflosen nächten und noch schlechterer stimmung führt…und genau diesen mechanismus zu kennen und die kunst ihn zu überwinden zeichnet den guten berufsfotografen aus…der lernprozess ist durchaus schmerzhaft…aber das gilt für ähnlich gelagerte mechanismen in anderen berufszweigen auch…die harten beissen die zähne zusammen, prügeln sich durch so ein jahr und schaffen es irgendwann wieder freude an der fotografischen arbeit zu bekommen…das wiederum sieht man den bildern an…alles wird gut….bis dann einige jahre später das ganze wieder von vorn beginnt…und idealerweise behält man dann zum schluss neben vielen grauen haaren und diversen erinnerungen auch ein paar tolle eigene fotos …in diesem sinn.. ich bin wieder am knipsen, bitte nicht stören 🙂

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9 Antworten zu “no ideas…

  1. Kann ich gut nachvollziehen. Ich habe auch so meine Phasen, in denen ich mir denke: alles Schrott, tausendmal gemacht, gibt ea alles schon….
    Und bei mir ist es nur zum Spaß und nicht zum Broterwerb. Also da bin ich klar im Vorteil. 😉 Hinzu kommt auch, daß das was einem selber gefällt nicht unbedingt ja auch beim Rest der Menschheit ankommt. Ich merke das hier oft an Bildern, bei denen ich lange gezweifelt habe ob ich sie überhaupt hochladen soll, daß diese dann plötzlich die meisten „Gefällt mir“ bekommen. Und bei Bildern, auf die ich selbst total abfahre, sieht es oftmals genau umgekehrt aus. :mrgreen: Aber zum Glück ist es für mein Bankkonto völlig unerheblich, ob es den Leuten gefällt oder nicht. Obwohl ich mich natürlich immer freue, wenn es gefällt. So rein fürs Ego… 😀 😉
    Gruß
    Stefan

    • hallo stefan,
      gefällt 🙂 … aber es stimmt schon , der geschmack anderer leute( vor allem kunden ) bringt mich auch manchmal arg ins zweifeln an meinen eigenen grundsätzen…und das wird dann besonders schwer denn wenn man nun nur das fotografiert was denen gefällt steht man selbst irgendwann ohne rückrad und fotografischer kontur da…also irgendwie den mittelweg finden…(obwohl die mitte auch immer merkwürdig…nichts…ist) ..mein alter prof. sagte zu solchen bildern immer : kann man machen…das war dann nahe am totalveriss 🙂
      grüsse, jürgen

  2. Wobei dem Hobbyfotografen immer die Gründe fehlen immer noch ins brotlose Hobby zu investieren.
    Erst gestern ist überraschend ein Päckchen angeliefert worden, ja ähh wichtig brauch ich und dringend kann nicht weiterleben Sonderpreis äh
    Nein, Spaß auf den Seitenstreifen, Zwangskreativität ist tödlich, gilt in anderen Branchen ebenso.

    • stimmt , das problem der…muss unbedingt sofort superkreativ neu unbekannt kennst du noch gar nicht…stellt sich mittlerweile in etlichen berufszweigen…ob es da einen zusammenhang mit den steigenden burnout fällen gibt ?
      gruss, jürgen

      • Kann schon sein. Potentielle AG oder aber auch fachfremde GF setzen einen kreativen Prozess teilweise auch erhöhtem Termin- und Kostendruck aus, weil sie ‚Entwickeln‘ mit ‚Fertigen‘ gleichsetzen. Die heutige Technik erleichtert scheinbar alles, in Wirklichkeit fordert sie ein zu hohes Tempo, da Ergebnisse immer sofort bereit stehen und die Vernetzung mit anderen fordernden Stellen zu umfangreich ist.
        Früher war es Luxus einen Computer zu besitzen, heute ist es Luxus wenn man ihn nicht braucht.

  3. thank you alexandra,
    the picture is taken 150km far from hamburg, germany , in a village called peter -ording located at the …nordsee…where they have an endless beach …

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