Schleichwerbung…

bild1…heute im Blog…von irgendwas muss man ja leben so als armer gebeutelter Werbefotograf…und deshalb sei mir eine Ausnahme gestattet…zeige ich sonst nur gute Bilder 🙂 folgt jetzt ein…nun ja, ein Auftragsbild, eins aus einer Serie die ab heute in ganz Europa plakatiert wird …ich habe also genug Material um den Blog noch 5 weitere Jahre zu füllen…HALT…nicht wegschalten…war ein schlechter Scherz….äh, was wollte ich …ach so…natürlich ist man mächtig stolz wenn die Republik mit den eigenen Werken zugekleistert wird, das kommt ja auch nicht alle Tage vor…soll ich Euch jetzt berichten wie so was entsteht ?…Kurz gesagt, wird 3 Tage die Fahnen fotografiert, 1 Tag die Baustellen und 2 Monate dann am Computer alles zusammengebaut…nichts ist an diesem Bild so wie es aussieht…aber wenn grosse Konzerne schummeln darf ich im Kleinen ja auch ein wenig….die Fahnen wurden z.B. im Studio vor weisser Wand ohne die Schrift fotografiert, aber schon liebevoll gehängt und dann das Licht der Baustellenbilder mit Blitzlicht simuliert…und das ganze als 300MB Datei fotografiert…macht für den ganzen Job ca 20GB an Bildmaterial…kein Wunder das ich mehr Festplatten als Objektive habe…die zahllosen Bauarbeiter wurden per Rechner an ihre Position geschoben…alles soll rein zufällig aussehen…und ? werdet Ihr fragen…was solls ?…Tja, gute Frage, ist halt Business und mein Beruf und ich denke es hat gut geklappt…aber ist es nun ein gutes Foto ?…. Sinnend blickt der Fotograf ins Weinglas…nicht halbvoll sonder halbleer…so ist es auch mit diesem Job…gute Fotos sehen wir hier auf WordPress viele und viele hier können auch sehr gut fotografieren…ich musste in den letzten 20 Jahren lernen das der Berufsfotograf ganz andere Bilder macht und gut findet als der engagierte Fotoamateur…aber Euch verspreche ich : der nächste Beitrag zeigt wieder ein….gutes Bild 🙂

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33 Antworten zu “Schleichwerbung…

  1. Macht Andreas Gurski doch auch, und bei dem ist das große Kunst.
    Gut gelungen, hättest Du nichts gesagt, mir wäre es nicht aufgefallen.

    • Danke,
      es sollte auch nicht direkt auffallen, das war die meiste Arbeit daran…und Gurski…nun ja, schon tolle Bilder,
      da mache ich nur meinen Werbekram hier…der wird so schnell nicht im Museum landen 🙂
      Beste Grüsse, Jürgen

    • Ich war mir da nicht so sicher ob das von Interesse ist…für meinen Job gibt es ja die eigene Website und der Blog
      sollte eigentlich frei sein vor überschäumenden Selbstbelobigungen…aber ab und zu berichte ich dann doch mal
      aus den Un-Tiefen des Werbefotografenalltages 🙂
      Beste Grüsse, Jürgen

  2. Ja, ja ich hatte gerade ein shooting vom feinsten für ein weihnachts produktkatalog… Stillleben also Kunst vom aller höchsten Niveau XD
    und genau wie jedes Jahr waren die Verpackungen in ihrem zustand hmm nicht optimal und mussten erstmal gründlich „photoshopiert“ werden ;P diese Bilder liegen nun tief verborgen in irgendeiner Festplatte unter Klient_2015_Weihnachtsirgendetwas… Hey Hornbach den kenn ich doch… tolles Bild 😀

    • Danke Alberto,
      was wären wir nur ohne Photoshop…die früheren Fotografen mussten ja noch richtig fotografieren
      können….anders als heute 🙂
      Lieber Gruss,
      Jürgen

    • Danke Dir Werner,
      das ganze ist ja auf einmal überraschend politisch geworden, war ursprünglich gar nicht so direkt gedacht, aber jetzt
      freuen sich alle …zu der Idee kann man sich bekennen !
      Beste Grüsse von Jürgen

  3. so ich sags mal so wie ichs mir denke: ich hasse werbung und es hat für mich nicht das geringste mit kunst zu tun…bei den hornbach werbungen sehe ich das aber etwas anders…wenns eine dvd mit den werbefilmen gäbe, dann wurde ich sie kaufen…genauso finde ich dieses bild super und es hat momentan ja auch etwas politisches…ich gratuliere dir!

    • Vielen Dank,
      mir geht es da genauso…Werbung ist für mich Broterwerb…aber wie jede gute Handwerkskunst kann sie in bestimmten geglückten Zusammenhängen
      auch Kunst sein…in dem Sinn das sie dann für ein Zeit-und Gedankengefüge steht…
      Ich war schon froh so einen Job für so einen Kunden zu bekommen, man fühlt sich da ein wenig gebauchpinselt und denkt 2 Tage lang man wäre der Grösste in Stadt und Land,
      dann kommt der Alltag langsam zurück 🙂
      Beste Grüsse, Jürgen

    • Hello Ken,
      it is one picture of my new advertising campaign , client is a great german company for …do it yourself worker…and the banner is shoot in the
      studio and then post in the real surrounding…it says that all people are the same and understand each other because they have one profession , no problem when they are different in speech, thinking, religion,or political thinking…
      best regards , Jürgen

  4. Über Fotos, die honoriert und gedruckt werden, braucht man nicht zu diskutieren, oder? Und bei guten Fotos stellt sich NIE die Frage nach dem verwendeten Equipment bei der Aufnahme!
    Das aktuelle ZEIT MAGAZIN Nr. 39, 24. September 2015 zeigt eine Serie (unkommentierter) Farbbilder von Petra Collins, die zwar digital aufgewachsen ist, aber bis heute nur Filme belichtet. Sie hat mit gerade mal 22 Jahren schon an einem Dutzend Ausstellungen teilgenommen und im Sozialen Netzwerk folgen ihr rund 175 000 Menschen.

    „Analog zu fotografieren ist wie Malen mit Licht.“ (Petra Collins)

    • Doch, sollte man schon…denn was heute so alles gedruckt wird….jedes Foto ist diskutierbar, und auch zu Petra Collins kann man verschiedene Meinungen haben…und klar, bei guten Fotos ist die Frage der Technik zuerst mal zweitrangig…aber dann stellt sie sich, gerade im Bereich der Berufsfotografie sogar sehr schnell , denn die Kenntnis der Technik und die Auswahl der richtigen Einsatzmittel sowie die Reproduzierbarkeit der guten Fotos sind hier ein Muss….
      Grüsse, Jürgen

      • Da stimme ich zu. Nicht jedes gedruckte Foto spricht alle an. Dabei ist es für mich nicht wichtig, ob es auf einer riesigen Plakatwand oder in Postkartengröße gerahmt in einer Galerie hängt.
        Aus der Petra Collins Serie gefällt mir eigentlich nur das auf dem Titel. Die symmetrische Ausleuchtung des Portraits mit nur zwei komplementärfarbigen Spots inklusive des zentralen, gelben Mischlichtes finde ich prima! Sonst erkenne ich keine inszenierten Farbkompositionen …
        Dagegen profitiert das „Hornbach“ Plakat von den dominanten Gelbtönen im Mittel- und Vordergrund mit dem kompementären Himmelsblau im Hintergrund. Nur der blaue Helm rechts vorn fällt m.E. etwas aus dem Rahmen – aber vielleicht ist das ja auch Teil der Inszenierung – quasi als optischer Kontrapunkt zum Himmel?

  5. Gut entdeckt…! die Idee war das Bild nicht zu gelb werden zu lassen, dann wäre der Hornbach Banner zu sehr im Gelb Orange des Hauptmotivs untergegangen…also die Komplementärfarbe…der Helm wurde in der Post umgefärbt…mir ist das Blau etwas zu blau und der Helm zu neu…aber das ist mal wieder Geschmackssache 🙂
    Grüsse aus Hamburg von Jürgen

    • Vielen Dank für die Erläuterungen zur Entstehung des Werbeplakates.
      Die inszenierte Fotografie stellt für mich ein völlig neues Genre dar. Seit meinem zwölften Lebensjahr knipse ich Menschen, mit denen ich meine Freizeit verbringe – jedoch ohne Vorplanung. Meist mit einer kleinen Kamera (35 oder 50 mm Wechselobjektiv plus einem mittelempfindlichen SW-Film) über der Schulter, erblicke ich ein Motiv und nehme die Kamera in die Hand. Während der Suche nach dem passenden Standort, schätze ich das Licht ein und fokussiere grob per Skala vor. Alles mehr oder weniger intuitiv. Erst kurz vor dem Auslösen, führe ich den optischen Sucher ans Auge, justiere am Mischbild oder auf der Mattscheibe die Objektentfernung per Hand nach und löse vorsichtig aus. Wochen später, wenn der Film voll ist, entwickle ich die Negative standardmässig. Nur sehr wenige Aufnahmen wähle ich dann an einem Dunkelkammertag zur Vergrösserung ohne Beschnitt aus.
      So wie ich im Levantehaus bei der Kaffeezubereitung der Profis genau hinsehe, besuche ich Fotogalerien, um zu lernen. Sehr informativ finde ich übrigens die Filmreihe Gespräche mit Fotografen im ABATON Kino …

      • So zu arbeiten macht Spass…und ist very old school …hab ich früher auch, dann den Film selbstentwickelt nach Geheimrezept und ab in die eigene Dunkelkammer und Stunden später hatte ich dann einen tollen Ilford Galerie Ausdruck, schwarz-weiss in 2 Schalen Entwicklung…seufz…aber als Berufsfotograf kann man sich das nicht mehr leisten…da muss Effizienz her und strikte Ergebnisskontrolle noch am Set…und dann ab zu Lightroom und Mr. Photoshop…
        Grüsse, Jürgen

  6. Klasse gemacht, finde ich. Die Hornbachwerbungen sind aber auch sehr kreativ, das spricht doch für dich. Ich mein, du hättest auch ein Plakat für einen VW Diesel machen können….
    Ich sollte mal wieder in den Baumarkt gehen…
    🙂

    • 🙂
      Warum nicht, mit Lug und Betrug kenne ich mich in der Werbungfotografie ja gut aus….fahre auch ein Auto jener Firma, allerdings ein Benziner…Mist..sonst hätte mein Anwalt längst auf grösserem Neuwagen geklagt…:-)
      Beste Grüsse, Jürgen

    • Hallo Anette,
      Vielen Dank, ist aber nichts gegen Deine künstlerische Fotografie, eher Business als usual…aber zumindestens das ist ganz brauchbar geworden, ich muss also nicht unter fremden Namen getarnt weiterleben… 🙂
      Lieber Gruss,
      Jürgen

  7. Das für aktuelle Bildreportagen zur Publikation im Tiefdruck oder online die Digitalfotografie sehr viele Vorteile hat, ist plausibel.
    Warum werden für Plakate die Vorlagen nicht mehr auf Film im 120iger Format oder größer belichtet?
    Heutige Farbnegativfilme – etwa der Kodak Portra 160 – bieten einen Dynamikumfang von rund 12 Lichtwerten mit einer viel höheren Auflösung im Vergleich zu Bayer Sensoren, die aus vier Aufnahmepixeln nur einen Pixel für den 4c Druck liefern. Die mit einem High End Scanner generierten Datensätze eröffnen ebenso einen Weißabgleich sowie eine freie Wahl des favorisierten Farbraums. Genau für diese Bilddateien wurde vor über 20 Jahren Photoshop konzipiert mit Auswahlen, Ebenen, Alpha-Kanälen etc..

    • Wei der Workflow analog mittlerweile eine Katastrophe ist : Kaum noch gute Labore, nur noch wenige gute Filme, Zeit zum Scannen ist keine( und auch viel zu teuer) , Die Daten zu spät erhältlich…der Qualitätsunterschied ist zu gering als das sich ein analoger Aufwand lohnen würde, digital fotografieren bedeutet : schnell, kostengünstig,flexibel,variabel, hohe Datensätze…alles was kommerzielle Fotografie sein muss und was die analoge Fotografie nicht mehr bieten kann..ich bin selbst vor 10 Jahren schweren Herzens umgestiegen…und bereue es nicht, im Gegenteil !
      Beste Grüsse, Jürgen

      • Beruflich nutze ich seit 1984 die Digitaltechnik. Anfangs mit einem IBM XT (10 MB HDD) mit IBM DOS und Lotus Symphony (inklusive 576 kB RAM und Drucker für rund 30.000 DM); heute Apple Rechner (OS X / iOS) mit LaTeX (Text-Satz) und Haskell 2010 (FP) für Anwendungen (Apps). Privat experimentierte ich gut 10 Jahre mit der Digitalfotografie herum. Der PowerMac G5 und der Photodrucker sind bereits entsorgt – die festverbaute Pufferbatterie der E-1 ist schon lange erschöpft und bei der 5DII versagen immer mehr Pixel. Über eine Pixel-Mapping-Funktion – wie bei meiner Olympus E-1 – verfügt die klobige EOS leider nicht. Mein digitaler Exkurs – insbesondere die PS-Algorithmen – war sehr lehrreich. Für schwieriges Licht nutze ich weiterhin die EOS als Belichtungsmesser oder als Sofortbildkamera, um die Lichtführung vorab zu testen, denn die Filme sind erheblich im Preis gestiegen.

  8. Ist es ein gutes Foto? Ein gutes Bild ist es auf jeden Fall, lieber Jürgen :-)! Und – wenn man es nicht weiss, sieht man auf Anhieb nicht, wie viel Arbeit in dem Bild steckt. Muss man ja auch nicht, wichtig ist, dass sie dem Fotografen bestens bezahlt wurde :-D.

    LG, Conny

    • Hallo Conny,
      vielen Dank für das Lob…und ja, bezahlt wird diese Arbeit sehr gut…wenn nur nicht Canon ständig neue Kameras herausbringen würde und das Finanzamt schon begehrliche Blicke wirft …aber ich will ausnahmsweise mal nicht klagen 🙂
      Lieber Gruss, Jürgen

  9. Ist wie bei den Food-Fotos in den Magazinen: sieht immer großartig, leicht und einfach aus, nur auf dem eigenen Teller später eher genial ins Abstrakte gehend. Und warum soll ein Auftragswerk keine Kunst sein? Die alten Maler haben früher, bevor sie eigenständig wurden, nur Auftragsarbeiten ihrer Könige, Fürsten , Päpste usw. durchgeführt, hatten ihre Vorlagenkataloge für die Helfeshelfer, sie arbeiteten mit denselben Tricks.
    Für mich war es interessant zu lesen, wie so etwas entsteht und Glückwunsch zu der Serie und dem Auftrag -:))))
    Lieber Gruß vom Dach
    Karin

    • Danke Karin,
      heute im SPIEGEL ein Motiv gedruckt, da freut sich der Fotograf 🙂
      Aber ehrlich, ich sehe das nicht als Kunst, sondern als Handwerk, allerdings ist es ziemlich perfekt geworden..also …solides Handwerk…
      Wenn es interessiert berichte ich etwas häufiger aus dem Alltagsleben und dem fotografischen Entstehen solcher Kampagnen…und zur FOOD Fotografie…die ist so speziell das ich mir das z.B. nicht zutraue…dazu fehlt mir die gesamte Logistik wie Versuchsküche, Foodstylist,Foodsetbauer etc…das Thema ist extrem schwer obwohl es natürlich so nicht aussehen darf !
      Lieber Gruss, Jürgen

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