the place to be…

_N8B5359….hektisch wirft sich der Fotograf in Schale…sind die schwarzen Schuhe auch glänzend und der Rollkragenpullover aus dem vorvorletzten Jahr…sitzt..nun hmmm ..egal..die Superbildredaktion lädt zur Feier…und da diese ein Kunde ist muss ich wohl hin…angeblich fördert Präsenz die Kundenbindung…manchmal habe ich den Eindruck das genau das Gegenteil zutrifft..solange sie dich nicht kennen…träumen sie davon einem Supertollensuperschönensuperduper Fotografen einen Job zu geben..so ganz hollywoodmässig…und dann komme ich rein, nun ja…nicht ganz George der Cloony…und schon klappt das nicht mehr mit der Kundenbindung…da hatte ich mal einen superwichtigen Jahresfeiertermin bei einem Kunden in Düsseldorf…stieg aus dem Auto aus und trat voll in die …ich mag keine Hunde….es blieben noch 15 Minuten und so humpelte ich auf einem Bein mit dem Schuh in der Hand…durch die nächste Autowaschstrasse…dem entgeisterten Personal erklärte ich das das die norddeutsche Art wäre Schuhe auf Hochglanz zu bringen…unnötig zu erwähnen das ich nach der Feier nie wieder was von dem Kunden gehört habe….ok, ich sehe bestimmt besser aus als BradPitdingsbumsda…jedenfalls solange das Licht gedimmt ist…aber dann habe ich bestimmt den falschen Pullover an…säuselt doch die Dame aus dem Artbuying davon das sie Jobs grundsätzlich nur an Fotografen mit schwarzen V-Pullover, 1,80 Meter Körpergrösse und Glatze vergibt…so ein Mist, wieder die falsche Frisur….und dazu werde ich mir wohl mal die Stöckelschuhe meiner Freundin ausleihen müssen…dann komme ich so gerade auf das Mass…aber wie zum Teufel bewegt man sich in den Dingern ohne mit dem Sektglas zu stolpern und seinem Lieblingskunden den Inhalt des Glases in den Ausschnitt zu kippen…wieder ein Kunde weniger und wenn ich so weiter mache werden die Bilder immer besser und die Kunden immer weniger….am besten ich schicke einfach die Assistentin hin…mit der Ausrede ich müsste gerade Starportraits von Frau Jolie anfertigen…sie mag halt nur kleine schüchterne schmale unsichtbare Fotografen 🙂   Früher konnte der Fotograf noch mit seinem Fotostudio angeben…Fabrikloft am Kanal mit stets neustem Kaffeevollautomaten und 3 Assistenten zur Rundumspaversorgung erschöpfter Kunden…leider sparten die Kunden diesen Service weg…und seitdem klappt das mit dem Angeben auch nicht mehr….am besten man lässt den Kunden gar nicht mehr in die Nähe der Studiorumpelbastelkammer…die Stolper-und Verletzungsgefahr ist zu gross…und dann noch die ganzen rumliegenden Stromkabel…und der Kaffee wieder aus der Thermoskanne…und wackelige Hochregale….da fällt schnell mal was herunter…aber das beste ist die Lage..wenn der Fotograf sich überhaupt ein Studio leisten kann dann bevorzugt in der Gegend wo leicht bekleidete Damen frierend in Hauseingängen stehen… das zieht normalerweise nur männliche Kunden an…und damit habe ich schon wieder ein Problem an der Backe…wird doch meine einzig verbliebende Kundin noch bevor sie das Studio erreicht noch von ganz anderen Kunden angesprochen…ups, wieder ein Kunde weniger…werde mich zu einem reinen unkörperlichen Netzfotografen entwickeln und als der grosse Superfotograf huldvoll die Stimme aus dem Off ertönen lassen…die Bilder kommen per Mail und ich bin der grosse begehrte Unbekannte auf jeder Kundenparty …ha, Cloonybradundpit sind dagegen kleine Fische und solange ich nichts Falsches im Netz poste…jetzt aber schnell diesen Blog hier löschen 🙂

 

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17 Antworten zu “the place to be…

  1. …stieg aus dem Auto aus und trat voll in die… das ist mir mal während eines hochzeitsshooting passiert… zum Glück hatte ich ein paar sneaker im wagen XD… bei einem andern studio wo ich beschäftig war ist mal die Abwasser Leitung geborsten also da schwomm die… in der Studiorumpelbastelkammer nur so herum XD Schöne grüsse

      • Tja das sind ja gerade diese Anekdoten die einen so ein breites grinsen ins Gesicht zaubern… vor allem wenn man nicht der einzige ist dem dieser „mist“ passiert XD Alles Gute

  2. Das Foto oben solltest du auch noch erklären. Wenn das ein Fotostudio ist kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen, das da ein Brad Pitt rauskommt, selbst wenn Brad klein und mit Wampe gesegnet ist. Und rein geht da bestimmt nur die Polizei, um die toten Kunden rauszuholen. 😉

    • 🙂
      Das war mal der Ort eines hoffnungsvoll startenden Jungfotografen …allein im Ruhrgebiet…nicht so wirklich der Platz für bezahlte Werbefotografie und da wie du schon vermutet hast nie ein Herr Pitt diesen Ort besuchte wurde der Laden kurze Zeit später in eine 1 Euro Ramschbude umgewandelt…bis auch die nicht mehr lief…und die Polizei…nun ja, weitgehend türkisch armenisch besetzte rechtsfreie Zone….

  3. Auch wenn optisch nicht ganz der Herr Clooney, den Kaffee sollte man trotzdem nicht aus der Thermoskanne trinken.! Es sei denn, es gibt noch was zum verdünnen, was Klares..die Vollautomatik das A und O guten Geschmacks ist..auch bei der Kundschaft ;-).

  4. Ich gebe zu, du hast mich beim Schwindeln erwischt…so schlimm ist es noch nicht und das Leben zu kurz für einen schlechten Kaffee 🙂
    Nachdem ich diverse Vollautomaten verschliessen habe bin ich zurück zur Mahlmaschine und dann dem French Press Verfahren…nie wieder Samstagabend kurz vor Geschäftsschluss überteuerte Entkalkungstabletten kaufen müssen ….und die Beleidigung :ich sehe nicht ganz so aus wie der Clooneydingsda…also …da brauche ich jetzt ein paar ganz Klare um das runterzuspülen….die Woche geht schon gut los 🙂

  5. also ich finde… die Location (Foto) gar nicht schlecht. Solche Orte laden geradezu ein, etwas daraus zu machen – sowas gibts bei uns im Süden leider gar nicht mehr. Und mal ehrlich, Inspiration liefert nicht das, was bereits perfekt aussieht, weder bei Menschen noch Gebäuden, sondern das, was bei genauerem Hinsehen eben Potential hat. Und obwohl ich weder wie Jolie noch Zeta Jones aussehe, auch einer Berufsgruppe angehöre, die am besten wie Du in Schwarz und mit Sneakers bekleidet auftreten sollte, um den Erwartungen der Mehrheit zu entsprechen, trage ich bunte Kleidchen, High Heels und andere Sachen, die Gott und die Designergilde (ausser Fashion) verboten hat. In diesem Sinne: Es lebe das gegen den Strom schwimmen – nicht aus Prinzip, das ist Quatsch, aber als Zeichen einer gewissen Freiheit.

    Ach ja, Kaffee, auch hier eine Diskrepanz zum Süden der Republik. Espresso ist das Mittel der Wahl, um wach zu bleiben 😉 Filterkaffee, French Press und Konsorten, trinkt hier kaum jemand. Die Vollautomaten gibts aber auch hier, noch schlimmer das Nespressozeug, da kosten btw. ein Kilo Kaffee ca. das 6fache von dem, was man ansonsten für einen durchaus guten Kaffee hinlegen muss.

    • Hallo Laure,
      schön das du hier vorbeischaust…und da hast du natürlich recht…der Süden ist da glatter und aufgeräumter (sieht man mal von der schönen Stadt Stuttgart ab) , anders als die Region im Umbruch zwischen Absturz und nicht wissen wohin, genannt Ruhrgebiet…und der Norden lernt vom Süden : ich trinke meinen French Press Kaffee nur mit frisch gemahlenen Expressobohnen…das sollte doch Gnade in deinen Augen finden , oder 🙂

      • na ja… so glatt auch nicht 🙂 Bayern ist durchaus vielschichtig mit Ecken und Kanten, Abgründen und wildem Zeug. Aber da ich das Ruhrgebiet ganz gut kenne, hege ich durchaus Sympathie, auch wenn manche Sozialromantik manchmal auf den Keks geht. Wandel ist dort momentan jedenfalls weit spürbarer als bei uns – Bayern hatte sein Tief vor bis in den zweiten Weltkrieg hinein, danach hat es sich neu erfunden. Viele vergessen, welch ein Bauernland Bayern mal war, wie hinterwäldlerisch – heute ist das anders und vielleicht ruht man sich darauf auch manchmal ein wenig aus. Das Ruhrgebiet hingegen erfindet sich jetzt gerade neu und ich finde das spannend und toll. Ich wandle jedenfalls gerne zwischen bequemer Behäbigkeit und aufgeregter Erneuerung hin und her, brauche beides.

        Bevor ich mich zu Stuttgart äussere, lieber die Frage, wie kommst Du ausgerechnet auf diese Stadt?

        Das mit dem Kaffee geht absolut in Ordnung! 🙂

  6. Zu Stuttgart …da habe ich öfter fotografiert…und schön ist die Stadt ja wirklich nicht…so verbaut wie Köln und viel zu viele Autostrassen …typische Nachkriegsbauweise halt…und dadurch wiederum interessant …zumal man gerade versucht all diese Bausünden rückgängig zu machen und durch moderne Schachtelbauten zu ersetzen…und ehe wir uns versehen kennt keiner mehr die typische Kunststoffwabenverpackung deutscher Kaufhäuser der Nachkriegszeit…also nichts gegen Stuttgart 🙂

    • Ähhhh Conny,
      wenn es einen Widerspruch an und für sich gibt dann ist es : ein tolles Passfoto….hatte noch nie ein gutes Passfoto egal wie supercool ich aussah…dabei habe ich das in der Fotografenlehre sogar gelernt…aber da ich um die Ausweglosigkeit wusste entschied ich mich auf die andere Seite der Kamera zu wechseln und kein Fotomodell zu werden 🙂
      Lieber Gruss,
      Jürgen

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