Feierabend…

domspricht der Sohn und zieht dem Vater den Netzstecker des Computers heraus..alles wird schwarz…wir müssen noch schnell los, Autoscooter fahren…da ist der Sohn besser als der Vater…er kennt sich aus mit anrempeln und voll drauf zuhalten…der Vater traut sich das mit seinem Audi auf der Autobahn ja nicht…typisch Weichei halt…heute wird er gewinnen…ich bin nicht so ganz bei der Sache…ob er weiss welche Bedeutung Feierabend so haben kann ?   Gerade kam die Meldung das die Ära Genscher endgültig vorbei ist…ich dachte der Mann lebt ewig weil ich mit ihm als Minister im Innern, Äusseren…grossgeworden bin…irgendwie gehörte er dazu…Feierabend jetzt…Feierabend  bald bei meinem Vater und auch die Mutter redet schon von fast nichts anderem mehr…Auch ich ertappe mich das ich bei dem Wort hin und wieder mal an was anderes denke als nur den Computer auszuschalten und die Weinflasche zu öffnen…mein enger Verwandter , nur ein Jahr jünger , hatte neulich einen Schlaganfall…fast Feierabend…jetzt lernt er nochmal neu sprechen…vielleicht verwaltet eine Art Lottogesellschaft den Feierabend…du hast 6 Richtige und darfst morgen früh wieder zur Arbeit, du hingegen…und du dort, nun ja, 3 Richtige, nochmal gerade davongekommen…aber du entkommst ihm nicht, dem Feierabend , Lichter aus, Fini…Das Lebendskarusell steht still…rums , aua…hey, Volltreffer vom Sohn, ich bin wieder im realen Leben…Feierabend…aber hier kann man das Leben mit ein paar gekauften Chips verlängern …einmal 10 zum Preis von 8…und weiter gehts…volles Risiko…wenigstens hier werde ich gewinnen und dem Sohn wird der Kopf dröhnen und ich werde eine strahlende Siegerrunde fahren…natürlich rückwärts und huldvoll den am Rand stehenden Mädels zuwinken…mit dem elften Chip…übriggeblieben vom letzten Jahr in meiner alten Jeans und trotz Löcher nicht herausgefallen…das merke ich mir…wenn die FeierabendlottoduverlierstimmerGesellschaft in Gestalt eines grauen Herren in schlecht sitzendem schwarzen Anzug an der Tür klingelt…grinse ich und hole den letzten Chip hervor…Ätsch…ausgetrickst..nochmal verlängert 🙂

By the way…eines der schönsten Lieder welches mir dazu einfällt ist von Herbert…genau der…als Erinnerung an seine verstorbene Frau…der Weg :Ich gehe nicht weg, habe meine Frist verlängert…habe dich sicher…in meiner Seele…ich trag dich bei mir bis der Vorhang fällt…jedes Wort ein Treffer und doch überhaupt nicht sentimental…

 

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22 Antworten zu “Feierabend…

  1. So lange man es bei den anderen sieht, glaubt man sich in Sicherheit, na, der war ja auch schon hinfällig usw.,was können wir von Glück sagen, wir sind gegenüber allen anderen noch sehr gesund; so haben mein Mann und ich auch gedacht und dann passiert es von eben auf jetzt im letzten Jahr, innerhalb einer Sekunde und der Partner stirbt ohne jede Vorankündigung am Esstisch. Ich grübele immer noch über die Aussage vieler unserer Freunde nach: dann hat er doch einen *schönen* Tod gehabt. Eine Antwort darauf habe ich noch nicht gefunden, sicher ihm ist Siechtum erspart geblieben, aber ein schöner Tod war das nicht.Feierabend ist vlt.früher, als wir glauben, ist aber nicht nur auf den Tod bezogen, es ändert sich im Moment so viel .
    Jetzt aber zum Wochenende, das mit Temperaturen im zweistelligen Bereich droht…..wie schööööön.ich wünsche Vater und Sohn einen guten Start hinein. Sonnige Abendgrüsse vom Dach in Hanau.

    • Hallo Karin,
      der Begriff …schön…in dem Zusammenhang ist sicher relativ zu sehen..ich freue mich jedenfalls das ich jetzt einen ganz normalen Feierabend mache und mit dem Sohn durchs Frühlingswetter sausen kann…
      Dir wünsche ich auch ein sonniges Wochenende,
      Lieber Gruss,
      Jürgen

      • Dann geniesse das mit allen Sinnen , Unsinn habt Ihr zwei Männer wahrscheinlich sowieso immer im Kopf und was gibt es Schöneres als Wochenende und Sonnenschein! Terrassengeniesserischer Gruss von hier in den Norden , Karin

  2. Macht nachdenklich, denn so allgegenwärtig ist das Thema geworden, als wäre das jetzt das neue Leben, dass man es immer auch teilt mit denen, die hier und da nicht genügend Lottotreffer gezogen haben. Schönen Feierabend aus München

  3. Schönes Bild, nicht nur das stimmungsvolle Rummelplatzfoto, sondern auch das Bild vom letzten Chip in der Hosentasche. Na klar, uns passiert nix, denn unsere Jungs brauchen uns ja noch.

  4. Hm,… Lesen, nachdenken, sich etwas vornehmen? Dem Autor danken: Danke.
    Wie weiter? Nächstes Thema. Fotografieren. Ob mit dem obligatorischen Ärger über die Assistentin oder als Hobby. 🙂 Leben.

    • Thanks a lot…i will take a walk next week…may be…im not to blind and shoot another situation, it happens only three times a year in Hamburg…

  5. Sich der eigenen Endlichkeit bewußt werden ist ja generell eine gute Sache: Man lebt eine Zeit lang wieder bewußter. …. Auch dann, wenn man einen letzten Chip mit sich herumträgt. ..
    Ja der Genscher: Gehörte auch für mich zu denen, die irgendwie immer da sind (und immer da waren) – Wo war sein letzter Chip?
    Lg,
    Werner

    • Hallo Werner,
      ich hätte ihm noch einen gegönnt, unabhängig ob man seine Partei mag oder nicht..es ist immer schade wenn so geschichtlich bedeutsame Menschen die Bühne verlassen…man weiss dann das ein Zeitalter zu Ende geht..andererseits ist Platz für neue Menschen mit neuen Ideen..wie war noch der Spruch mit der Medaille und ihren 2 Seiten…
      LG Jürgen

  6. ‚Grüß Gott, i bin der Tod_Vorbei is deine Not_Komm dei Zeit is um_
    Geh mach ka Theater_I bin’s, der Gevatter.

    I sag zum Gevatter_Tretens ein und kommens näher_Nur Sensen kauf i kane_
    I hab an Rasenmäher. ‚… die guten alten Zeiten!! 😉
    Nora

  7. Klar,bin doch auch mit der NDW gross geworden…aber den Text hatte ich nicht mehr präsent…was hängen blieb war : ich will Spass, ich will Spass…ich gebe Gas…(Markus) …oder : ich möchte so gerne ein Eisbär sein am kalten Polar…brrr, gut das der Frühling vor der Tür steht 🙂
    LG Jürgen

  8. Lieber Jürgen, ich wollte nachflanierend Ihnen noch ein paar launige Worte hinterlegen, aber mit diesem Text hammSe mich echt entchipt. Was für Feierabendgedanken!
    Danke dafür und ich wünsche Ihnen noch viele freiwillige Überstunden, achwas, Überjahre!
    Nachdenklich nun die Ihre, für heute das Tagwerk beendend und den Abend feiernd. Ich hab noch ’nen Schwarzriesling offen, ein Glas leere ich auf Sie.

    Herzlichst, Ihre Käthe, profilaiistisch zugetan.

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