Männertraum…

_N8B8724….Mist…Aua…brüllt der Fotograf und versucht  krampfhaft auf einem Bein stehend das Gleichgewicht zu behalten…Feuer …ruft der Foodstylist…der Blitz geht …nicht… schreit die Assistentin…und was der Chefredakteur dazwischen brüllt verstehe ich gerade nicht…sehen kann ich auch nichts mehr weil eine dicke Qualmfettwolke die Sicht vernebelt…es ist Ende August und 30 Grad draussen heiss, und auf das Hamburger Wetter ist Verlass, es fängt an zu regen…Problem dabei, ich stehe draussen , mit einem Bein auf einer Leiter, mit dem anderen Bein auf einem 20.000€ Euro Supergrill der aussieht wie die Kommandobrücke eines Supertankers und auch ungefähr diese Ausmasse hat…Achtung, nochmals Feuer…der Foodstylist bläst Sauerstoff in den Gasgrill..die Flamme schiesst hoch…da wo ich gerade stehe…Doof, die Zeiss Objektive haben keinen Autofokus…also nach Gefühl und Blende 16 🙂  wenigstens kann der Hero des Fotos nicht entwischen…der Truthahn ist tot, lecker gefüllt und soll das Weihnachtsessen darstellen….sowie das Titelbild der Zeitschrift werden…allerdings steht der ganze Aufbau in einem engen Hinterhof unter Dauerregen so das nur Rock and Roll hilft…statt Stativaufbau und Lichtkontrolle….ich versuche die Flammen zu erwischen und den Vogel möglichst im Seitenlayout zu fotografieren…wenn ich denn zwischendurch mal einen halbwegs klaren Blick auf die Szenerie habe….Dann alle rein ins Studio, Kontrolle am Rechner ….300 Fotos und 4 sind gut…erschöpft und  klatschnass starrt der Fotograf auf den im Regen stehenden Supergrill….wer sich sowas zu Weihnachten wünscht muss eine barrierefreie Villa mit extra grossem Grillraum sein Eigen nennen…aber manche Männer träumen davon ( da fällt mir ein das ich mal wieder superaktuell bin, die andere Verkörperung eines fleischlichen Männertraums ist ja leider diese Woche verstorben ….ich habe den Playboy bei uns im Dorf immer in die ZEIT eingewickelt und so ins Jungszimmer geschmuggelt…natürlich habe ich nur die tollen Interviews und Kurzgeschichten gelesen 🙂  Für heute ist Schluss mit der Foodproduktion, morgen dann der nächste Grill und ein anderer Vogel…ich fahre mit der  Bahn zurück ins Büro….ein Mädchen neben mir schaut mich unverwandt an und sagt dann zu ihrer Mutter : Mama…so wie der Mann stinkt arbeitet der bestimmt in der Pommessbude….äh, ok, auch eine Art von Kompliment …da träume ich mich mal lieber ganz weit weg….zum Beispiel in die Einsamkeit der schöner Ückermark….und da träume ich dann von schönen Frauen und ich als Superhero 🙂

PS: Wer es mag kann die Bilder anschauen, in der Dezemberausgabe der Zeitschrift BEEF.

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34 Antworten zu “Männertraum…

    • Hallo Oliver,
      ich bin auch gespannt…habe schon öfter für die BEEF fotografiert, aber den Titel und dazu die Hauptgeschichte mit 18 Seiten und 40 Motiven…das hat schon ein neues Niveau…könnte fast stolz sein 🙂
      LG Jürgen

  1. Hallo Jürgen,
    dein PS beantwortet die Frage, die sehr schnell in meinem Kopf auftauchte und dann die weitere Lektüre begleitete. Ich werde nachlesen und -schauen.
    Es klingt, als wäre meine Art zu fotografieren entschieden entspannter – sie muss auch kein Geld verdienen.
    Gruß
    Ule

    • Hallo Ule,
      tja : der Unterschied zwischen Hobby und Beruf : die Fotografie habe ich mir ein bisschen damit versaut weil der Druck doch manchmal sehr hoch ist : du hast die eine Chance aber wenn die Motive nicht so sind wie der Auftraggeber das gerne gesehen hätte….dann wars das für alle Zeiten. Und Geschmack ist bekanntlich diskussionsfähig….(oder doch nicht?)
      Lieber Gruss, Jürgen

      • Geschmack zu diskutieren halte ich für schwierig, besonders im beruflichen Kontext. Über Handwerk geht das besser, aber das ist bei dir ja über jeden Zweifel erhaben.
        Tauschen möchte ich mit dir jedenfalls nicht (wenn ich auch gerne deine technischen Fähigkeiten hätte :-)).

  2. Danke 🙂 Technik muss ich können, alles andere wird so alle 4-5 Jahre aber versucht : unter dem Motto : leider können wir dich nicht bezahlen weil es uns nicht gefällt….bisher habe ich alle 6 Versuche dieser Art bereits im Vorfeld für mich entschieden…mit Anwaltshilfe…aber für mich der eigentlich nur in Ruhe gelassen werden möchte ist das extrem nervig…und belastend…danach muss ich immer erstmal was Schönes fotografieren (Landschaft z.B) damit die Gemütslage wieder ins Lot kommt…

  3. Beef kenne ich noch nicht, aber nach diesem Artikel werde ich auch einen Blick in die Dezemberausgabe werfen -:))
    Was den Playboy anbelangt, der wanderte damals unter der Hand, es waren noch sehr prüde Zeiten, durch die Vorstandsetage, abonniert vom Vorstandsvorsitzenden, vorsichtig verpappt, aber wir wären ja keine guten Sekretärinnen, so hießen damals noch die heutigen Assistentinnen, gewesen, wenn wir nicht jeden Brief aufbekommen hätten -:))) Natürlich hätten wir Stein und Bein geschworen, dass keine von uns wußte, was ein Playboy ist ! Wir haben ihn also vor dem eigentlichen Empfänger gelesen, natürlich züchtig die Augen niedergeschlagen, wenn wir die sich räkelnden Nackedeis gesehen haben. Kaum vorstellbar, was 1972 als Skandal galt.
    Laß Dir zu Weihnachten einen Feuerschutzanzug für die nächsten gefährlichen Grillfotos schenken -:)))
    Amüsierter Gruß gen Norden, Karin

    • Hallo Karin,
      da warst du ja eine sehr vorbildliche Sekretärin 🙂 Und in so einem kleine 5000Einwohner Dorf , zumal im katholischen Münsterland…ich habe mich immer gefragt warum der Kiosk trotzdem regelmässig 25 Exemplare bestellte wo den doch keiner Las….Und meiner allein wanderte durch die ganze Klasse…unter der Bank natürlich…heute unvorstellbar angesichts der Verfügbarkeit aller (Un)Wünsche im WWW.
      BEEF war vor 5 Jahren eine Neugründung von Gruner + Jahr…als teures Männerkochmagazin …und die Erwartungen wurden riesig übertroffen : interessant daran ist das BEEF die ersten waren die weg von dieser weichen Sonnenlicht Landlustoptik gingen sondern auf Blitzlicht, Schärfe und Close up setzten…das machen mittlerweile viele nach….und für uns als Fotografen ist die grosszügige Optik natürlich toll : ein Foto gross auf einer Seite : ein Gedicht !
      Lieber Gruss vom frischgeduschten Jürgen !

      • Hallo sauberer Jürgen -:))
        habe mal online geblättert in dieser edlen Zeitschrift und gleich Appetit bekommen, aber bei mir sähen die Speisen nie so aus, das ginge eher in die Richtung heiteres Beruferaten -:))
        Im übrigen ist mir jetzt eingefallen, wieso der Playboy zuerst (verschlossen) bei mir landete: ich leitete damals das Norwegische Konsulat und die Post ging nicht über den Posteingang der Firma, sondern kam direkt zu mir. Und da ich ja nicht neugierig, sondern nur wißbegierig bin, mußte ich natürlich nachschauen, was da so persönlich/vertraulich für den Herrn Konsul h.c.auf meinem Tisch landete -:))) Jugendsünden, längst vergeben.
        Dir noch einen schönen Abend!

  4. So so..politische Lektüre für den Herrn Konsul…man arbeitet an seiner Weltkenntnis 🙂
    Nachkochen kann ich die Rezepte der BEEF auch kaum…habe ja schon die Fotografie als Hobbyberuf…aber es ist immer interessant was so alles möglich ist…bei uns heute Abend Gnocci in Ziegenkäsesauce mit Schinken und Pfifferlingen…nur mein Sohn tauscht die Pilze gegen die doppelte Menge Schinken….das sind dann die wahren Heldentaten in der Küche…Kochen für die Familie…und als Freiberufler bin ich hier der hero of all Töpfe…oder so ähnlich 🙂
    Ich wünsche dir auch ein schönes verlängertes Wochenende,
    LG Jürgen

    • 🙂 Leider gibt es dort als Berufsfotograf so gut wie nichts zu tun…aber vielleicht sollte ich es dort als Schafzüchter versuchen ?
      LG Jürgen

  5. Nachdem mir gerade wieder ein cooler Herschelmann Artikel den Sonntag verschönert hat, werde selbst ich als Vegetarier mal die BEEF Zeitschrift kaufen. 🙂
    Auch ohne Herrn H. wird der Playboy wohl weiter bestehen. Vielleicht klopfen die ja irgendwann auch an deine (Fotografen) Tür. Dann brauchste das Blatt anschließend auch nicht mehr klammheimlich in die ZEIT einwickeln. 😉
    Viel Glück und LG
    kiki

    • Hallo Kiki, das werde ich sofort der Chefredakteurin petzen : ein Vegetarier kauft die BEEF ! Logische Folge wird sein : noch mehr Blut und Schweiss und Fleisch im Heft 🙂 Keine Sorge übrigens, die klopfen schon nicht an…meine Fotografie passt nicht zu dem Heft…und heute liegen ja am Kiosk noch ganz andere ….Hefte…da ist der Playboy schon wieder eine coole Ansage…und ferner…im meinem hohen Alter ist mir mittlerweile die Meinung anderer ziemlich egal…kaufe aber trotzdem lieber Politische – und Hobbyblätter (Modellbahn-garantiert jugendfrei 🙂
      Wünsche dir ein schönes extralanges Wochenende,
      LG Jürgen

  6. Dein Fotografenleben ist ein ganz schönes Abenteuer, Jürgen! 🙂
    Ich bin echt gespannt auf die Aufnahmen und merke mir die Ausgabe der BEEF mal vor.
    Gerade in den Kommentaren las ich, dass du sowohl für Titel als auch die Hauptgeschichte fotografisch zuständig bist. Alle Achtung! 18 Seiten und 40 Motive …Wow! Ich gratuliere!

    Liebe Grüße, Michèle

    • Hallo Michele,
      schön das du mal wieder von Dir hören lässt….und das mit dem Abenteuer…hinterher erzählt es sich immer gut aber wenn man mittendrin hängt (oder mit einem Bein auf besagter Leiter balanciert) wünsche ich mir manchmal einen etwas entspannteren Job…Museumsarchivar beispielsweise 🙂
      Ich wünsche Dir und deinem Mann ein entspanntes langes Wochenende…der goldenen Herbst hat sich ja leider nach dem einenTag schon wieder verabschiedet…
      Lieber Gruss, Jürgen

    • Manchmal gibts auch BEEF Ausgaben mit viel Fischgerichten…und es sind auch mal vegetarische Speisen dabei…aber es ist halt ein Heft für die harten Männer…Blut , Schweiss, 1000€ Messer und viel Fleisch…also auch nichts für mich…was aber schon Spass macht ist die Mitarbeit an so einer Hochglanzsuperillustrierten !
      Liebe Grüsse von Jürgen (der heute Abend für die Familie kocht :Pasta mit Lachs und Krabben 🙂

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