sweat….

Hafentreppe 1.2….i want to see you sweat ….so lautet die eine Zeile des beliebtesten Songs jenes Hamburger 200 Beats per Minute Poeten …Hyper ,Hyper waren wir in jeder Mittwoch Nacht…während der Normalbürger dem nächsten Arbeitstag entgegenschlief steppte in der Hamburger Vorortdisco der Bär…das war für mich als Neuhamburger ein völlig neues Erlebnis. Frisch aus dem Ruhrpott in die Hauptstadt der Werbung , und damit der Photojobs, gezogen…war ich in der Dortmunder Studienzeit eher mit depressiver Scharzkittelmusik sozialisiert worden…Bands mit treffenden Namen wie ..Suicide Kommando …liessen die Gitarren kreischen und beklagten den nahen Weltuntergang und die Schlechtigkeit der Menschen…das mit dem Weltuntergang wollte aber irgendwie so nicht klappen…was wir dann mit rotgeränderten Augen auf der Heimfahrt in der ersten Strassenbahn übermüdet festellen konnten…wo uns genauso rotgeränderte gähnende Typen gegenübersassen…auf dem Weg zur Arbeitsstelle…oder zur Trinkhalle falls es die Arbeitsstelle nicht mehr gab…hier in Hamburg dagegen Optimismus pur…Hauptsache laut und schnell…vollcomputerisierte Tecnomusik…hielt zumindestens wach…die dann noch verbliebende kurze Nacht schlief ich im Schlafsack auf dem harten Boden meines Fotostudios….alte Fabrikhalle wie es sich so gehörte….Donnerstags war ich dementsprechend erst ab Mittag und das auch nur beschränkt arbeitsfähig…aber wozu hatte man einen Anrufbeantworter…die Kaffeemaschine war eine der ersten sauteuren Vollautomaten, der verschlang in den ersten 2 Jahren an Reparaturen nochmal seinen Anschaffungspreis…egal, der Kühlschrank war immer voll : oben die Farbfilme, an der Seite der Wein und unten die Proseccoflaschen…im Eisfach 2 Packungen Fertigpizza…kurzum das wahre Künstlerleben :-) Die Zukunft schien rosigrot, welchen Fortschritt würde sie noch bringen ? Nun, kurz gesagt : der Kaffee wird wieder mit der Hand aufgebrüht, das Fotostudio wurde von einem Projektentwickler in teure Eigentumswohnungen umgebaut , Filme benutzen nur noch ambitionierte Hobbyfotografen und Tecno….neulich war ich mal wieder im Trendgebiet Hafencity …Touristen und Baufortschritte bewundern…und der Typ dort spielte akustische Gitarre und sang dazu…ganz analog und so gut das ich eine Weile zuhörte…Nachdenklich wanderte ich dann zurück nach Hause und öffnete hungrig den Kühlschrank…sehr viel Biozeug und Blattsalate…zu meiner Beruhigung war aber eins in all den Jahren gleich geblieben : die Seitenwand des Kühlschranks mit den wohlgefüllten Rotweinflaschen:-)

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34 Antworten zu “sweat….

  1. Schöne Erinnerungen, denen gebe ich mich auch gerne mal hin. Nur dass ich jetzt in Dortmund bin und mein Kühlschrank mit der Wohnung drumherum aktuell eher wieder an den von damals erinnert xD

  2. Ach, soviel Optimismus zieht einen doch nur runter. Ein wenig Deprimusik ist immer noch am besten…
    Und überhaupt früher… wer brauchte da schon Schlaf?
    Grüße von Süd nach Nord.

  3. Das kommt davon, wenn man(n) zuviel Bio und Salat ißt: Rotwein gehört nicht in den Kühlschrank, der schmeckt am besten bei Zimmertemperatur-:)))
    Solche durchfeierten Nächte habe ich leider nie mitgemacht….ob ich das heute noch nachholen sollte, was meinst Du?
    Ich lese gern solche Erinnerungen.
    Lieber Gruß in den Norden und raus mit dem Wein aus dem Kühlschrank…sowohl zum Trinken als zum Lagern…., Karin .

    • Hallo Karin,
      ha, als Superfotograf konnte ich mir zu gewissen Zeiten sogar einen Superkühlschrank leisten (schnief, lang ist es her) …nein, nicht so ein neumodischer der direkt mit EDEKA telefoniert wenn die Milch alle ist…aber immerhin ist die rechte Seite speziell abgeschirmt…ein Miniweinschrank für 4 Flaschen stehend, regelbar zwischen 14-18 Grad….also nicht heutige Zentralheizungsraumtemperatur aber leicht gekühlt gut geniessbar….und was das Lagern anbetrifft…verschämt muss ich eingestehen das es bei mir keinen Sinn macht…irgendwer trinkt den Wein immer weg kaum das er mal lagert :-) Sonnige Grüsse aus dem warmen Norden in die Mitte Deutschlands , von Jürgen

      • Dann nehme ich alle Kritik sofort zurück; an so was Edles habe ich natürlich nicht gedacht, aber wer hat, der hat -:)))
        Bei mir lagern die Flaschen im Keller und die oben, denen geht es wie bei Dir…vermutlich ist es der Kater, nein, nicht der danach, der vierbeinige, der nachts heimlich säuft -:)))
        Vom Supersonnentag einen durstigen Abendgruß an Dich, Karin

        • Liebe Karin,
          einen ganz herzlichen weinumnebelten Gruss zurück, heute morgen um 5.00 aufgestanden um ein Foto zu machen, das Bild gibts dann nächste Woche hier…60 KM dazu mit dem Rad gefahren und dann noch 10KM joggen im Stadtpark…ich habe fertig :-) Und dein liebster 4beiner wird alles mögen nur nicht deinen Rotwein…das muss wohl doch ein 2beiner sein :-) Lieber Gruss vom ersten Frühlingssonntag von Jürgen

  4. Gut, dass du auf deinem Bild die Elbphilharmonie schamhaft versteckst und der Jugend den Vortritt lässt. Die wird uns eines Tages die Leviten lesen, dass wir das viele Geld nicht in sie, sondern in Bauruinen gesteckt haben. Mein Kühlschrank sieht übrigens wieder aus wie zu schlimmsten WG-Zeiten: Dreckig, vereist und nur eine Tube Tomatenmark drin.

    • Immer noch besser Bauruinen als die Ruinen die unsere Grossväter ihren Kindern überlassen haben…(mal so salopp formuliert) Und wenn du auch den Tomatenmark verspeist hast…bist du herzlich zu Biosalat eingeladen…aber bitte bring ein paar Currywürste dazu mit…sonst bringt mich die Gesundheit noch an den Rand des Grabes :-)

  5. Optimismus pur? Mittwochs? Techno?
    Medi-Disco Leipzig 1982: Es drängelt sich rein, was reinpasst. Auf der Tanzfläche steht man so eng, pärchenweise, dass man küssen muss, allein schon um Platz zu sparen. Umfallen geht nicht. Rauskommen auch nur in den raren Songpausen. Wenn die Laokoon-Jünger*innen sich entwirren, weil der DJ gepennt hat oder eben auch gerade beschäftigt ist.
    Was musikalisch lief… ich erinnere mich nicht mehr…alle Sinne waren gaaaanz woanders…

    • Das hört sich toll an..da wäre ich gern dabei gewesen…und das deine Sinne…äh…abgelenkt ….waren :-) Sehr schön !
      Waren schon tolle Zeiten, denke gerne zurück, gut ein wenig dabei gewesen zu sein…jetzt, wo es ruhiger zugeht :-)
      Beste Grüsse von Jürgen

    • Tja Anke, solange sich das auf den Vorrat an (gefüllten) Rotweinflaschen bezieht bin ich ganz dabei..ansonsten ist in unserem Bereich eher Veränderung angesagt…leider ein bisschen zuviel davon, wäre schön wenn es auch dort wieder etwas beständiger zugehen könnte…in unserem hohen Alter ist zuviel Veränderung nicht mehr Gesundheitsförderlich :-) Lieber Gruss, Jürgen

  6. OK, I used google translate and I get the picture now…memories, and how things change, and some things don’t. Ah, the student days. But some things are better….and some aren’t….

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