Jäger und Sammler…

cn8….waren die Kerle zu Menschensurzeiten ja mal…daran hat sich bis heute nichts verändert : Die einen jagen schönen Frauen und schnödem Mammon hinterher, die anderen sammeln alles was nicht Niet und fest ist…und selbst das manchmal im Schutz der Dunkelheit :-) Ich gehöre definitiv zu den Letzteren und könnte problemlos mehre Flohmärkte gleichzeitig ausstatten, habe aber eine gute Begründung , schliesslich könnte ich das gerade erworbene Teil bestimmt sinnvoll in einem Foto unterbringen, und wenn nicht dann erstmal in eine der zahllosen Vitrinen…zudem sammeln ich auch noch Fotos und versuche daraus eine Serie zu erstellen. Dazu müssen sie irgendwie zueinander passen und damit geht das Problem schon los.Campingplatz 12_2017 a

Den ersten Teil dieser Serie hatte ich bereits im Blogbeitrag vom 9.12.17 vorgestellt, seitdem sind zu den damals ca 200 Motiven nochmal 400 dazugekommen…und 300 wieder zur 2ten Wahl verschoben weil nicht mehr gut genug. Die Idee war Campingplätze menschenleer ausserhalb der Saison zu zeigen und nach einem Jahr Campingplatzfotos sammeln war klar das alle Bilder mit blauem Himmel nicht gut passen. Ich kenne das schon von den Fotojobs her, wenn man 8 Motive fotografieren soll weiss man beim Achten bereits das man das Erste eigentlich verbessert wiederholen müsste…zum meinem Glück merken das die Kunden nicht :-)cn3

Jetzt bin ich nach 3 Jahren mittlerweile Campingplatzexperte für die Ostseeküste und mit etlichen Wachhunden persönlich per du…und habe die ganze Serie auf 40 ausgewählte Motive reduziert…die Saison beginnt und ich habe Zeit bis November über eine Fortsetzung der Arbeit nachzudenken…dann wird weitergesammelt…ich muss mich noch an den ganz modernen Plätzen versuchen…obwohl die sehr langweilig sind und auch eher unfotogen …genau das muss ein Foto dann aber zeigen…und natürlich auch zu den jetzigen Bildern passen.GR 2_2019

Die wenigen Camper die ich in den Wintermonaten auf den Plätzen antraf waren durchaus nett und kommunikativ…hart im Nehmen halt…er der Jäger (Schnitzel einkaufen im Supermarkt) , sie die Sammlerin (oh süss, guck mal Karl Heinz…dieser Laubfrosch aus Porzellan hier passt gut zu den andern 14 die wir schon haben…) und in der dann noch freien Zeit wurde fleissig jedes rumfliegende Laubblatt aufgesammelt und entsorgt…selten sieht man so hohe Hecken und so viele Tore in freier Natur…wobei die alle aus Ton oder Plastik sind…überhaupt Plastik…der Camper lebt mitten in der Natur und umgibt sich mit Zäunen,Tischen,Zelten,Stühlen,Geschirr….aus Plastik…weil so schön praktisch, und weil es darin kein Tier aushält müssen halt welche aus Gips her…die krähen wenigstens nicht und man kann sie im Winter im Zelt einschliessen.GR 5_2019

Ok, ich gebe gerne zu, trotz der netten Camper habe ich mich mit ihrer Welt noch nicht arrangiert und bin immer wieder froh heile vom Platz gekommen zu sein und wieder tief frische Luft atmen zu können…bis ich dann im Sommer bei 30 Grad in der Großstadt hocke und heimlich gerne einen kleinen Campingwagen mit Strandzugang hätte :-)cn9cn7

PS: Bild 3 wurde vor Bild 1 fotografiert, kurz nach Bild 3 fegte ein Orkan über den Platz(und ihr hättet mich mal laufen sehen sollen…) , etliche Bäume knickten um…die Wagen blieben alle stehen…da waren Profis am Werk oder es war schon alles so festgerostet…

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60 Antworten zu “Jäger und Sammler…

  1. Der pinkfarbene Wohnwagen gefällt mir:-)) nur mal saubermachen und an einen Campingplatz direkt am Meer stellen:-)) dann bin ich dabei:-)) Und tolle Bilder, man kann das nahende Unwetter fast richtig spüren:-)) Liebe Grüße Corinna

    • :-) Musste mal wieder selbst die Kamera in die Hand nehmen….nun, die freien Sachen entstehen meistens ohne Assistentin , im Job hingegen selten ohne (Irgendjemand muss ja Kaffee kochen und Kunden bespassen ….damit ich meine Ruhe habe :-) Danke für das Lob, lieber Gruss, Jürgen

    • Danke Lars,
      ja , das ist für mich etwas besonderes, wenn ich sonst stundenlang an einem Einzelbild arbeite siehst du hier eine Auswahl der Fotoarbeit zwischen November 18 und März 19…aber die Bilder sind nicht als Einzelbilder gedacht (auch wenn sie hoffentlich auch für sich gut sind) sondern als Serie von vielleicht 30 Bildern in der Endauswahl …das hier ist nur der Zwischenstand :-) Lieber Gruss,Jürgen

    • Ja, der pinke Wagen ist toll…und so ein Orkan hat was, zumindestens der Himmel sieht toll aus und die Fotos wirken fast wie gemalt…als es dann allerdings losging wäre ich lieber in einem festen Haus gewesen als auf einem Campingplatz zwischen herumfliegenden Plastikstühlen :-)

    • Ich bin schnell zum Auto gerannt..und als dann von oben die ersten Baumäste runterfielen habe ich den Wagen zu einer Stelle ohne Bäume gelenkt…nach 10 Minuten war der Spuk vorbei und es klarte wieder auf…dann konnte ich den pinken Wohnwagen fotografieren. Lieber Gruss, Jürgen

  2. Hallo Jürgen,
    viel gibt es da nicht zu sagen, außer, starke Motive – sehr ausdrucksstark und mit viel Emotionen. Sehr beeindruckend.
    Deine Bilder vermitteln nun nicht den Spaß des Camping machens, aber dennoch einmal einen Platz im November zu besuchen um Vorgartenzwerge, harte Jäger und noch härtere Sammlerinnen zu bewundern.
    Danke dafür.
    Liebe Grüße, Peter

  3. Hallo, lieber Jürgen! Unglaublich, wie viel Material bei solchen Langfrist-Projekten zusammenkommt, und was für eine Heidenarbeit dann die Auswahl bringt. Was du hier zeigst, gefällt mir sehr – es ist dir gut gelungen, den Bildern einen gemeinsamen Look zu geben, und ich vermute, das ist nicht allein der Tatsache zu verdanken, dass du blauen Himmel und Sonnenschein vermieden hast. Wunderbar triste Atmosphäre!

    • Danke Ule,
      stimmt, da steckt viel Zeit und Arbeit drin, anderseits ist es mal ganz schön statt von Foto zu Foto zu hetzen sich die Zeit zu nehmen und eine Serie sich entwickeln zu lassen…das ist dann nochmal eine andere Herausforderung als immer nur in Einzelbildern zu denken. Wünsche dir noch einen schönen Sonntag, lieber Gruss, Jürgen

  4. Treffliche Stimmungen klasse abgelichtet. Ich habs auch nicht mit Campingplätzen. Platzwartmentalität, 17 1/2 Zentimeter hohe Abgrenzungen, dahinter Gartenzwergen mit der Rasenflak im Anschlag. Und dann die nächtlichen Geräusche aus den Nachbarbutzen.
    Ich war in meinem langen Leben dreimal auf Campingplätzen. Und der morgendliche Gang in den Hygienebunker. Geisterbahn mit anderen Gebäuden…

    Atmosphärisch feine Fotografien und ein passender Text. So machen mir Blogbesuche Freude.
    Vielen Dank dafür und herzliche Grüsse aus dem südlichen Bembelland, Herr Ärmel

    PS: das mit den Serien unterschreibe ich genau so. ;-)
    PPS: ich habe meine Sammlungen fast alle aufgelöst…

    • Sehr geehrter Herr Ärmel,
      vielen Dank für das Lob…ja, Campingplätze sind ein Mikrokosmos für sich, dagegen ist das Reihenhochhaus im Vorort das reinste Freiheitsparadies…auf dem Platz ist jeder Nachbar in buchstäblich …greifbarer …Entfernung, auch solche die dann einen Stahlhelm mit der Deutschlandfahne umwickeln und als Willkommensgruss an die Eingangstür hängen, Schilder grüssen freundlich : Achtung Zonengrenze, Schusswaffengebrauch…und manche Wagen sind mit Bewegungsmelder, Flutlicht und Videoüberwachung ausgestattet….und morgens stehen alle Schlange vor den beiden einzigen Toiletten…zu so einem Leben muss man wohl geboren sein…ich nicht…schaue mir das lieber mit grossen Augen und zweifelndem Verstand von Aussen an…Tja, wenn meine Serie fertig ist drucke ich sie aus und dann….mal schauen, die nächste Serie…bis das Leben beschliesst die Hauptserie zu beenden…
      Fahre übrigens morgen mittag einmal durch ihr schönes Bembelland (A7) und Donnerstag wieder zurück (A5) , ein Kunde beliebt es mich am Bodensee antanzen zu lassen…so kann ich mal wieder ein Auge auf fast das ganze Land werfen…so ich zwischen den ganzen Lastwagen freien Blick habe.
      Wünsche Ihnen noch einen schönen Sonntag, mit herzlichem Gruss von der sonnigen Waterkant, Jürgen

      • Uiuiui von der Waterkant an die Wasserkante des Bodensees… Da haben Sie sich was vorgenommen.
        Wenn Sie eine Pause brauchen oder einen Zwischenstopp hier (mit direktem Autobahnanschluss) einlegen möchten, dann senden Sie mir eine Mail. Die finden Sie in meinem Blog.
        Ich wünsche Ihnen jedenfalls eine gute Fahrt. Ich würde solche Strecken fast nur noch mit dem Zug zurücklegen…

        Beste Grüsse, Herr Ärmel

        • Danke, hoffe ich komme zügig durch…Zug ist ok, aber ich habe mein Auto vollgepackt : 6 Lampen ,12 Stative, Aufheller, Computer, Bildschirme , 3 Blitzgeneratoren,3volle Sarges Boxen, Arbeitstisch….und eine grosse Tasche mit Kamerazeug…da würde entweder die DB oder ich streiken ..oder beide :-) Beste Grüsse zurück vom armen Fotografen …der gerade all das Zeug aus dem 4ten Stock zum Auto tragen muss…da mein Vermieter am Aufzug gespart hat :-)

            • Danke, hat geholfen…2.00 Nachts losgefahren, nach 8 Stunden angekommen…schöne Gegend dort, allein die vielen Burgen auf echten Bergen…für Hamburger total was Neues…bei uns beginnt ein Berg bereits ab 20 Meter über Normal Null :-)

              • Na, prima. Dennoch klingt das nach harter Arbeit. Aber wenn am Ende alle Beteiligten mit den Ergebnissen zufrieden sind….

                Tja, wir leben hier in einer begnadeten Gegend. Mittelgebirge, Ebenen, Felder, Wälder. Und sogar Dünen gibts. Eiszeitliche zwar und aus dem hiesigen Meer ist lediglich der Rhein über geblieben. Dafür gibts eine tole Abwechslung.

                Ihnen ein schönes Wochenende und herzliche Grüsse aus dem südlichen Bembelland, Herr Ärmel

                • Ich mag das ganz gerne, als Norddeutscher sich in den Zug setzen und nach München fahren und dabei staunen wie unterschiedlich Deutschland aussehen kann…oder wie jetzt die Autoreise, die Rückfahrt aus Zeitgründen bei Nacht, die Hinfahrt aber bei strahlendem Sonnenschein tagsüber…Schiebedach auf und tief durchatmen…und dann war die Autobahn gesperrt und das Navi meinte mir auf schmalen Strassen die Gegend um Horb zeigen zu müssen…sehr interessant. Fotografiert habe ich dann in Hilzingen, 6Km von Singen entfernt..und 10km vor der Schweizer Grenze…die hatten gleich zwei Burgruinen die sich auf Hügeln gegenüberstanden…habe beschlossen da mal eine Woche entspannt Urlaub zu machen und Raubritter zu spielen :-)
                  Wünsche Ihnen ein sonnig warmes Wochenende, herzliche Grüsse von der Elbe ins Bembelland von Jürgen

  5. Sehr schöne Aufnahmen und obwohl sie nachbearbeitet wurden (vermute ich mal), sehen sie überhaupt nicht gekünstelt aus, sondern total natürlich! Den Himmel zum Beispiel hast du total schön hingekriegt! Das gefällt mir sehr gut – denn manche übertreiben schon mal etwas bei der Nachbearbeitung. Aber zweifelsohne hast du ein atemberaubendes und qualitatives Equipment, das zahlt sich eben aus.

    Viele begeistern sich fürs Campen, ich pers. gehöre nicht zu ihnen; mir wäre dort alles zu eng und alle zu nahe beieinander. Ich brauche mehr Raum zum Atmen und vor allem Ruhe, auch Stille, um mich zu entspannen und ehrlich gesagt, möchte ich nicht jedes Geräusch von den Camper-Nachbarn live hören und miterleben, wenn du weiß, was ich meine … 🙂

    LG Sella

    • Hallo Sella,
      Danke für das Vorbeischauen hier bei mir ! Ja, jedes meiner Bilder ist nachbereitet, das bringt der Beruf als Fotograf so mit sich :-) Und das ist nicht nur Technik sonder vor allem viel üben und probieren…ich würde mich dort auch nicht wohlfühlen, mag es nicht wenn mir die Menschen zu eng auf den Pelz rücken und ich nicht ausweichen kann… Lieber Gruss, Jürgen

  6. Ich hab 1999 mal eine Nacht bei einem Wintersturm in so einem Ding zugebracht. Der Wohnwagen hat mächtig gewackelt, blieb aber glücklicherweise stehen. Die nächste Nacht bin ich dann ins nächste Hotel umgezogen…..

    • Bei dem Orkan dort während meiner Fotos flogen Palstikstühle -und Tische um mich herum, Zelte rissen sich aus der Erde…die Wagen bleiben merkwürdigerweise alle stehen…irgendwie schade, so ein Foto eines umgekippten Orkancampingwagens hätte ich gerne noch gemacht :-)

  7. Da oben, wo das Pferd daneben steht: Hat es da gebrannt? :-O
    Wenn ich sporteln fahre, komme ich auch an einem Campingplatz vorbei. Da war bisher die Welt noch in Ordnung, das sind dort alles Dauercamper mit festem Wohnsitz am Platz. Nun mag die Stadt das nicht mehr und möchte den Platz entsiedeln. Scheint, als kämen ihr bei dem Vorhaben die Stürme zu Hilfe. Jedes Mal wenn es stürmt, haut es dort ein paar Kiefern auf ein paar Wagen. Lange dauerts nicht mehr …

    • Hört sich gut an, da muss ich hin, schnell ein paar Motive für meine Serie fotografieren :-) Apropos Sturm, beim Pferdemotiv hat es nicht gebrannt, da hat nur der Mensch nicht aufgeräumt …aber wenn du dir den Himmel anschaust…3 Minuten später brach ein Orkan aus und da hättest du mal einen Fotografen rennen sehen können :-) LG Jürgen

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