Zukunftsichere Zukunft…

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Irgendetwas stimmte nicht…jahrelang knipste ich wie verrückt 7 Tage die Woche Fotos, doch statt Jacht, Villa, Porsche und Sylt brachte ich es nur zu einer liefergelegten Familienkutsche…dabei hat man doch nur ein Leben. Ich beschloss ein guter netter Mensch zu werden und meine Fotografie zu verbessern…denn es gab da einige Kollegen denen es augenscheinlicher besser ging….die arbeiteten kaum und fuhren sonnengebräunt im Mercedes Cabrio durch die Gegend , schicke Blondinen an ihrer Seite….dahin musste ich auch kommen, las viele Fotolehrbücher, studierte und in der Tat, die Fotos wurden besser…das Bankkonto leider erholte sich nicht…ich kaufte überteuerte Kamerasysteme und ging mit hochnäsigen Art Direktoren essen….mehr als ein Stirnrunzeln des Bankdirektors am Ende des Monats war nicht drin. Ich lies mich von Kunden anbrüllen und war der wandelnde Superstylistfotografsetbauerbildbearbeiter….und sogar eine halbwegs plausible Steuererklärung gelang mir nach 10 Jahren verzweifelnden übens, die war allerdings so traurig das selbst meinem Finanzbeamten die Tränen kamen und ich eine kleine Rückzahlung erhielt…Irgendwas hatte ich nicht kapiert ….es dauert 20 Jahre und eine Reise nach Bautzen um mir die Augen zu öffnen ….mein Geschäftsmodell war einfach für den Ar….. standen nicht schon in der Bibel die unabänderlichen Grundsätze an irgendwelche Wände geschrieben ? Voila, also sprach Bautzen zu mir… : Du musst dein Geschäft lukrativ ausbauen….Drogen….las ich dort…die hatten schon immer Zukunft und auf dem Rückweg nach Hamburg überlegte ich fieberhaft welche Drogen wohl den höchsten Gewinn und das geringste Risiko bringen würden….und ob ich mich wohl trauen würde…immerhin sah ich nicht mehr aus wie ein gefährlicher Drogenhändler sondern wie ein alternder Familienvater…aber waren das nicht immer schon die gefährlichsten :-) ?

Die Inschrift ist auf jeden Fall alt, ich tippe so auf die 1920 Jahre, spätestens. Damals hatten die Drogeristen die Kenntnis neben Autobenzin und Medikamenten auch Fotolabormaterialien herzustellen. Wer sich mal mit alten Rezepturen für Schwarz Weiss Filmentwickler beschäftigt hat weiss das eine Überdosierung gewisser Stoffe die dann zufällig ins Abendessen gerieten den Lebendspartner rein…äh…zufällig…aus der Welt schaffte. Und in mittlerer Dosierung dafür als Drogen gut benebelten…da war der Fotolaborant ein durchaus gefährlicher Beruf , so permanent im Rauschzustand im Dunkellabor mit festgeschlossener Tür…..Tja, Lebensfreude ade, heute speist man uns mit Lightroom und Consorten ab….wo bleibt da der Fortschritt :-)

Veröffentlicht von juergen61

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44 Kommentare zu „Zukunftsichere Zukunft…

        1. :-) Das ist ein Photoshop Fehler ( Kurvendreher in der Gradationskurve) den ich mal gemacht hatte und danach dann gemerkt das man auch Fehlerergebnisse manchmal kreativ einsetzen kann…

  1. lieber Jürgen,
    das problem als freiSCHAFFENDER, einst als artdirektor oder freelancer noch sehr gefragt, ist für mich seit rund 30 jahren abgehakt, bis auf unfreiwillig auftauchende gedankenblitze, dass es alles in allem eine sehr gute zeit war.

    aktuell suche ich nicht länger nach der verlorenen zeit der letzten 30 jahre, diese waren hart und ich brauchte nicht zu fragen, was passiert mit mir – und dem rest verbleibender jahre.

    aktuell baue ich seit wochen meine klause um, so dass allein die intensive praktische aktivität dunkle gedanken erst gar nicht aufkommen lässt. jetzt, wo ich das ergebnis vor augen habe, bin ich froh es geschafft zu haben, es war auch körperlich ein kraftakt. alles ist schön geworden, völlig ohne plan, einfach schrittweise dem möglichen folgend.

    speziell nach dem wiederaufbau des grossen bücherregals wird mir nun überdeutlich bewusst, diese bücher waren viele jahre sehr wichtige begleiter verschiedener lebenszyklen, nun wirkt der äussere anblick des ganzen wie eine dekoration, ein schaufenster aus einer anderen zeit.

    das passiert parallel mit fast allem was ich im chaos des hin und her schiebens betrachte, das regal mit objektiven und kameras, immerhin klar im kopf, denn ich betrachte mich schon lange nicht mehr als fotograf, mache nur noch fotonotizen als visuelles gedächtnis und das reicht mir.

    bis ich es schaffe, wieder anzufangen mit zeichnen, malen, ist die blockade nicht so einfach zu überspringen wie die hürden des jeweils beginnenden kommenden tages. das beste was ich aktuell geniessen kann, mir viel zeit zu lassen.

    ps.: ist übrigens mein einziger kommentar seit monaten in WP

    LG dietmar

    1. Hallo Dietmar, Danke für deine Kommentar , es ist sicher richtig das im Nachhinein betrachtet viele ach so wichtigen Dinge gar nicht den Stellenwert mehr haben den man ihnen zugemessen hat, vieles relativiert sich durch die Zeit ! LG Jürgen

  2. Der Himmel sieht doch sehr nach LSD aus – gib’s zu!;-)

    Mit einem Porsche Cabrio auf Sylt zur eigenen Villa unterwegs, im Nordseehafen dümpelt eine Yacht – ich vermute, diese Leute machen alle die Erfahrung, daß das Glück irgendwie ausbleibt, obwohl sie das nicht erwartet haben. Das Unglücksgefühl ist vermutlich eher größer, weil der wirtschaftliche Erfolg nicht das hält, was man sich von ihm versprochen hat. Und deshalb fangen sie an zu saufen, oder koksen sich die Nase dicht, weil sie es sich leisten können. Die Kunst ist, mit wenig auszukommen, und sich trotzdem gut dabei zu fühlen. Und wenn Du es dann noch schaffst, die mitleidigen Blicke Deines Sohnes zu ertragen, hast Du gewonnen. Glücklicherweise bin ich kinderlos.;-)

    1. Mitleidig schaut der Sohn schon die ganze Zeit, eins ist ihm klar, so ein dauerarbeitender Soloselbständiger will er nie werden…allerdings stellt sich die Frage wer dann die ganzen teuren Legosets kauft…Und ich mag eh das autolose Hiddensee Leiber als das mit Hamburgern vollgestopfte Sylt :-)

  3. Die ewige Suche nach dem Reichtum ist letztens Endes immer ein Weg zu sich selbst. Dort angekommen, stellt man fest, dass man mit einer geringen Dosis Drogen (im Winter Rot- und im Sommer gerne kühlen Weißwein) ein zufriedenes Leben führen kann.

    Liebe Grüße
    Werner

  4. Geschäftsmodelle, lieber Jürgen, scheinen deine Spezialität zu sein. Dann man von deren Verkauf nicht leben?
    Dein Himmel mit Kurvendreher ist zwar keine ausreichende Unternehmensgrundlage, aber sehr spannend.

    1. Hallo Ule,
      Tja, wenn Plan a-c nicht reichen muss über Plan d nachgedacht werden….und das Alphabet hat ja noch einige Buchstaben mehr :-) Und der Kurvendreherfehler erweist sich als hilfreich, gerade fotografiere ich eine Serie über Beautyprodukte für die Brigitte mit der Technik, alles schön abstrakt…. Wenn es dich interessiert sag Bescheid, dann schreibe ich dir ein paar Zeilen zu dem Fehler, aber vermutlich kennst du den Weg dahin… Ich wünsche dir einen schönen Sonntag, lieber Gruss, Jürgen

      1. Ich glaube, du überschätzt meine PS-Fähigkeiten ein bisschen, lieber Jürgen. Zwar kenne ich allerhand wilde Effekte, da die Gradationskurve gerne mal willkürlich verrutscht, aber mit zielführendem Weg haben solche Überraschungen nichts zu tun. An ein paar Zeilen zur Navigation bin ich also höchst interessiert.
        Wenn du magst, kannst du sie in deinem Fotowerstatt-Blog posten, in den ich regelmäßig schaue. Oder wenn du es weniger öffentlich möchtest, geht es über ule@ulerolff.net .
        Mein Dank dafür ist dir schon im voraus sicher.

  5. Klasse Photographie. Und wer „Fehler“ fürderhin kreativ nutzen kann, darf sich zur Avantgarde zählen. Weit voraus denen, die aus und mit ihren Fehlern erst noch lernen müssen.

    Die Selbstständigkeit (selbst + ständig) hat allen Nachteilen zum Trotz unbestreitbare Vorteile. Wenn man einige Grundsätze beachtet. Jahrelang Einzelunternehmer gewesen zu sein hat meine Horizonte erheblich erweitert.

    Ich hoffe, mit Hiddensee wird es bei mir noch etwas in absehbarer Zeit. Die Sehnsucht, seit Jahren genährt, steigt immer weiter. Und seit ich den Film Kruso gesehen habe…

    Ich sende Ihnen herzliche Grüsse aus dem sonnigen Bembelland,
    Herr Ärmel

    1. Wenn der Fehler so toll aussieht darf er bleiben :-) Und ich drücke ihnen die Daumen das es mit der Hiddenseereise klappt, ich werde es dieses Jahr wohl nicht schaffen aber dann im Frühjahr wieder eine Woche dort sein, alle 2 Jahre Hiddensee ist das Mindeste was geht ! Herzliche Grüsse aus dem kühlen hohen Norden von Jürgen.

      1. Am besten führst du die Suche direkt am Ort des Geschehens durch…hicks…ehm..schluck, hicks , will sagen auf Hidddddenseeee , hicks , Prost ! Wir sehen uns (letzter Tisch hinten rechts ) :-)

        1. Aber nicht mehr in diesem Jahr, wenn ich dich richtig verstanden habe. Trotzdem Prost!
          Leider sind die Landschaftsaufnahmen nicht auf Hiddensee gedreht, sondern in Litauen. Auch sehr schön, aber …

  6. Och Jürgen, reich werden wir beide in diesem Leben nicht mehr. Abhaken & weitermachen! Und was du da so machst, machst du doch echt toll. So lange es noch für’s Lego reicht, ist doch eigentlich alles gut ;)

    1. Stimmt , das dämmert mir auch schon seit geraumer Zeit…(heimlich spiele ich ab und zu mal Lotto um diesen Zustand zu ändern aber die Lottogesellschaft ist ein gemeiner Spielverderber, sie will immer gewinnen … ) Und solange der Sohn noch mit Lego zufrieden ist und kein iPhone xyz haben will kann ich noch etwas Geld auf die hohe Kante legen :-) Herzliche Grüsse von Jürgen

  7. Lieber Jürgen, ist das Photographieren selbst nicht Droge genug? Berauschend wie immer deine Bilder. Aber beim Texten bitte keine Drogen nehmen, sonst hast du bald einen liefergelegten Familienkombi ;-)
    Grüße von Rolf

    1. Tja Rolf, im Prinzip schon, einmal damit angefangen lässt es einen kaum wieder los…und Geld für richtige Drogen hat man dann auch nicht mehr, dafür sorgen schon im Verbund Kamera-und Computerindustrie. Und zum Schreiben brauche ich nur diese starke braundunkle Drogenbrühe namens Kaffee…die allerdings macht auch süchtig …und sollte doch mal Geld übrig sein streikt garantiert besagter Familienkombi, gerade scheint das Radio defekt zu sein und damit funktioniert dank geistreicher deutscher ingeneursarbeit auch die gesamte andere Elektronik wie Navi,Infoprogramme oder Wagensteuerung nicht…jetzt soll, ich für ein 10 Jahre altes Radio aus dem Ersatzteillager mal eben 1500€ zahlen…da half nur noch der Rollgriff zur Haribotüte um das zu verkraften :-) Träume von analogen Autos und wünsche dir ein schönes Wochenende, herzliche Grüsse, Jürgen

  8. es gibt übrigens bei ausgewählten drogerien duftlampenöl mit tetenalikfosolneofineukrobromduft.
    ich mach das immer rein, wenn ich lightroom geöffnet habe.
    das hilft. echtes darkroomfeeling (auch ohne lsd)
    fröhliches (weiter)entwickeln
    wünscht
    daniel

    1. :-) Super, her mit dem Zeug, so was suche ich schon seit langem…endlich mal wieder so ein richtiger Dunkelkammerrausch…ständig nur diese blöde Hintergrundstrahlung der Monitore bringt ja nicht viel an Rauscherlebnis…war schon drauf und dran die tägliche Rotweindosis mit Enteisungsalkohol zu strecken….Herzliche Grüsse vom im Expressorausch befindlichen Heimwerker Jürgen

      1. achja, watt ich noch sagen wollte.
        auf deiner homepage, da zeigste echt spitze b96-bilder. ich bin begeistert! die mischung: trist, erschütternd, komisch, sonnig, heiter. keine locker flockige bundesstraßenfahrt, aber eben auch nicht am detailverzweifelnd und verhakend. hoffentlich dann bald im buchhandel und an der museumswand!

        1. Danke Daniel,
          der Bericht dazu kommt hier auch noch , so in ca.3-4 Wochen. War zum ersten Mal in Zittau…jetzt weiss ich wie es da aussieht, muss aber nochmal im Herbst hin, mir fehlen noch Fotomotive. Und dann im Frühjahr / Sommer nächstes Jahr die ultimative Herausforderung…die beiden B96 in Berlin ! Dafür plane ich schon mal 3 Tage Fotozeit ein. Irgendwann um Nov.2021 gibts dann die ganze Bundesstrasse als Fotostrecke…und in 2022 fahre ich wieder los weil mir etliche Fotos verbesserungswürdig erscheinen :-) Herzlicher Gruss, Jürgen

          1. eine unendliche reise…
            das leben.
            hat nicht jeder so seine B96? irgendwo. irgendwie.
            äh ja, ich sollte nicht so viel philosophieren und fotografieren…
            äh…mein chef kommt gerade rein…

                1. Danke für den Link, sieht gut aus. Und an der B1 habe ich zu Studienzeiten gewohnt, 150 Meter Entfernung , in Dortmund Marten , da wo sie von der B1 kurz zur A40 (Ruhrschleichweg) mutiert…

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