Herbst…

…Insel…Jeder braucht seine Insel….Manche finden sie in den Bergen, manche auf hoher See…mal ist sie weit weg gelegen, mal ganz nah, mal bleibt sie für immer ein Traum…Meine liegt in der Ostsee und Unerschrockene kommen sogar zu Fuss dorthin, ich nehme lieber die Fähre :-) Dann bin ich dort und die Zeit ist irgendwie stehen geblieben. Das Leben läuft langsamer und wenn die letzte Fähre die Tagesurlauber wieder zum Festland bringt kehrt Ruhe ein…auf der alten sandigen Dorfhauptstrasse kehrt der Pferdeäpfelsammler die Überreste der Kutschenpferde auf…das wäre auch mein Traumjob…garantiert nicht digital aber zukunftssicher, ohne 8 stündige ZOOM Konferenzen aber mit viel frischer Seeluft…Frau und Manm baden hier nackt…da muss ich als Quasieinheimischer natürlich genauso in die a…kalte Ostsee springen…wer zögert hat schon verloren…hinterher brennt die Haut und Finger und Füsse sind gefühllos…ein grossartiges Gefühl langsam wieder warm zu werden. Es gibt auch nichts zu tun oder zu erleben…ich kenne jeden Weg und grüsse jeden Baum, jede Möwe…Kein Shoppingwahn und keine Möbelhäuser mit 80%Rabattaktion, dafür jeden Tag 10km den Strand einmal hin und wieder zurückwandern. Der Regentag war der Schönste…nun völlig allein am Strand…Nass von oben und nass von unten…alles grau in grau…eine Symphonie für den Herbstmelancholiker und Berufspessimisten…Nachts auf dem Deich, um mich herum gut 100 Schafe ,über mir der Nachthimmel…nicht so ein matschiges Nachtgrau wie das vom Grosstadtnachthimmel…unendlich viel Sterne und auch die Milchstrasse macht ihrem Namen alle Ehre…starre mit offenem Mund nur nach oben und stosse beinah mit einem regunslos zwischen den Schafen stehenden Kutscherpferd zusammen…das fühlt sich immerhin besser an als ein Aufprall mit einem amokfahrenden E-Scooter….Der Blick nach oben zeigt…alles ist relativ…auch dort herscht stetiger Wandel …aber ganz langsam, in anderen Zeitverhältnissen…wohingegen wir den Wandel zum Selbstzweck erklärt haben und ohne Ruhepause uns ständig wandelnd um uns selbst drehen..ohne Rücksicht auf Verluste …nur das Ego zählt…tja, das Inselleben ist ruhiger , dafür können die Gedanken umso besser fliessen…bald wird mich der Moloch Grosstadt wieder fressen…aber in mir kann ich noch monatelang von Inseleindrücken zehren…bis ich dann wieder los muss…ganz dringend und ohne Umweg…auf meine Insel !

PS: Ein besonderer Gruss an Daniel und seine Familie die jetzt Urlaub auf besagter Insel machen, wir sind auf den Fähren quasi aneinander vorbeigefahren…aber es wird nochmal klappen mit unserem Treffen !

PS: Und noch ein ganz besonderer Gruss an Sara : Deine Inselmails zu lesen brachten den Sonnenschein schon um 6 Uhr morgends !

Veröffentlicht von juergen61

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44 Kommentare zu „Herbst…

  1. Eine Insel braucht der Mensch … noch gar nicht lange her als wir auf Rügen und auf dem Darß waren. keine 2 Wochen möchte man wieder hin. Abseits der Touristellen gibt es auch da noch schöne Fleckchen. Usedom wartet schon auf mich, wenn der Weg nicht so weit wäre.

    1. Ja, Usedom ist toll ,vor allem abseits der Sommerurlaubssaison…ich bin gern in Ahlbeck und unternehme von dort aus Tagesausflüge. Diese alte Seebäderarchtitektur mit den tollen grossen Hotels am Strand ist schon klasse, die Insel in der Mitte und zum Bodden hin schön einsam und leer. Lieber Gruss, Jürgen

      1. Ich zehre noch immer vom wunderschönen Urlaub auf dieser bezaubernden Insel Usedom ud würde auch zu gerne sofort wieder hinfahren…. Wenn es nicht zu weit von unserer Region entfernt wäre!!! 😉

  2. Lieber Jürgen,
    sehr schöner Text, der teilweise wie unser Leben in einem idyllischen kleinen Ort am Meer klingt – allerdings ohne Pferdeäpfel. Die kannten wir von monatelangen Ferien auf Juist, aber das ist schon ewig lange her. Wir konnten hier gestern Abend am Stand ein beeindrucktes Nordlicht sehen, ist ja auch was.
    Hab’s fein auf der Insel
    The Fab Four of Cley
    :-) :-) :-) :-)

  3. Deine Fotografie und die Beschreibung löst sofort die sehnsüchtigste Lust aus, auf diese Trauminsel zurückzukehren. (Das Ungeheuer haben wir auch fotografiert). Wir planen bereits mögliche Termine im kommenden Jahr.

    Schöne Grüße aus der herbstnebelgrauen Mainspitze
    Robert

    1. Ich habe an der Tangskulptur auch ein wenig mitgearbeitet. Etwas ausgebessert, neue Federn gesucht, frischen tang angesetzt…fühlte mich wie als sechsjähriger beim Sandburgenbau…herrlich ! 2 Tage später hatte jemand dem Wesen noch ein Einhorn angesetzt, da musste ich es nochmal fotografieren….Ich wünsche dir ein entspanntes Wochenende, lieber Gruss von Hamburg an die Mainspitze von Jürgen.

  4. Meine Insel ist Langeoog, seit über dreissig Jahren – und immer dann, wenn es anderen dort zu kalt, zu frisch, zu stürmisch ist… dann ist es ruhig dort… und wunderschön, wie Du es auch beschreibst.

    1. Hallo Lothar,
      ja, die Nordseeinseln haben auch was…war auch schon auf Langeoog, Wangeoog und Juist, und einmal im November auf Amrum…das war Erholung pur ! Beste Grüsse, Jürgen

  5. Sieht aus wie ein ruhendes Einhorn – Seepferdchen kann ich ja nicht sagen, die sehen anders aus. 🤗 die Enkelfratze haben letzte Woche auch noch auf dem Darst gebadet. Dir einen lieben Gruss vom Dach, Karin

    1. Ja Karin letzte Woche ging das noch…heute ist hier eher der Rollkragenpullover angesagt…gut das ich nochmal vorher in die Ostsee springen konnte…Lieber Gruss aus Hamburg von Jürgen

  6. So poetisch habe ich dich lange nicht gelesen. Auch das Foto ist ein back to the roots. Gut zu wissen, dass das unter dem Großstadtneurotiker nicht verloren gegangen ist.

    1. Tja Rolf, kaum bin ich mal wieder auf meiner Insel gelandet…kehrt die innere Ruhe ein und ich komme auf die Ursprünge zurück…manchmal ganz gut ! Herzlicher Gruss nach Berlin von Jürgen

    1. Kommt mir bekannt vor, geht mir auch immer so wenn ich in Hamburg bin…auf der Insel ist das zum Glück anders, da gibt es kein irgendwohin ( zu klein die Insel ) und keine Umwege ( nur 2 Strassen )…. Lieber Gruss, Jürgen

  7. Ein gaaaaanz tolles Foto! Sieht aus wie ein uralter Pferdekadaver (von den Wikingern da vergessen)

    und das ist wirklich Hiddensee?
    Ich war einmal da (frühe Nullerjahre) im Rahmen eines Rügenurlaubs als Tagestour und es war fürchterlich. Abtrieb der Touris von der Fähre, ein Gewaltmarsch zu einer Kneipe, die Massenabfütterung mit Nährschlamm in Schulküchenqualität betrieb (Aussuchen jibbt nich. Zuviele Leute heute.) und wieder Retour zum Boot/Schiff/Kahn halt.

    Wir sahen die Hütten von ehemals Hauptmann usw. Aber möchte man da wohnen und täglich die Touri-Prozession vorbeidefilieren sehn?

    Also dieser Hiddensee-Kult hat sich mir nicht erschlossen.

    Aber egal, alle die dort herumtrampeln, verstopfen automatisch nicht die Pfade, auf denen ich so unterwegs bin. Auch gut.

    1. :-) Vor einiger Zeit haben in der Gegend 2 Jungen einen Goldschatz auf einem Kartoffelacker gefunden…die Insel und die Umgebung waren schon recht früh besiedelt. Ja, das ist das Problem jeder Insel mittlerweile, in der Hauptreisezeit artet das total aus und auf bestimmten Wegen geht es zu wie Hamburg zur Rush Hour….Ich bin gern in den Zeiten unterwegs wo wenig los ist, also im Herbst, Winter und Frühjahr, aber nur bis kurz vor Ostern. Auf Hiddensee findest du aber auch im Sommer noch ein paar sehr ruhige Stellen zum schwimmen und entspannen…dort halte ich mich dann auf und wenn um 17.00 die letzte Fähre weg ist wird es auf der ganzen Insel wieder ruhig. Letzlich ist die Begeisterung für so eine Insel ja das was du dort für dich findest…weniger das was real dort vorhanden ist . Wünsche dir einen entspannten Sonntag, Grüsse von Jürgen

  8. Jürgen!!!
    Vielen Dank für deine lieben Grüße. Ich habe mich sehr gefreut und fühle mich geehrt! Bis bald dann, analog live auf der Insel oder in Berlin oder irgendwo an der B96.
    Ja dein Text und dein Bild, inselpoetischwunderbar. Das Pferd ist der Hammer. Sitze nun wieder in der S Bahn zur Arbeit und therapiere mich mit deiner Liebeserklärung an die Insel.
    Fröhliche Inselzwischenzeiten wünscht
    Daniel

    1. Hallo Daniel !
      Gern geschehen :-) Wünsche dir auch eine angenehme Nachinsel-Vorweihnachtszeit in Berlin, melde mich spätestens wenn das B96 Projekt Berlin im Februar/März 2022 startet ! Lieber Gruss,
      Jürgen

    2. Hallo Jürgen,
      picture and story triggered memories of Schiermonnikoog, where -in another era- i spent autumn and winter with my older brother who made himself a living there.
      Where, after the last ferry the world belongs to those who belong to the island that belongs to them.
      Kind regards from her who just returned from ‚her‘ island in the irish sea.
      Aafke

        1. Ameland when we were children
          Schiermonnikoog when pretending to be grown up
          Vlieland when getting married

          Ireland for a different chapter in life.
          Be well, stay sane.

  9. Meine Insel heißt Vancouver Island… :-) Liegt leider nicht gerade ums Eck, dafür bietet sie im Herbst ein Maximum an Erholung. Wenn man es will! Ich persönlich habe mich für die abrollende Brandung am Pazifik entschieden. Dieses murmelnd rauschende Geräusch macht dich in kürzester Zeit schläfrig, oder begeistert dich eine längere Zeit, weil ein unendliches Spiel mit den Kieselsteinen… rauf und runter, rauf und runter, rauf und runter… Und dann gesellt sich der unglaublichste Sonnenuntergang hinzu, den man je gesehen hat… Vancouver Island ist einfach nur der Hammer.
    Bei Deinem Bild habe ich auch anfangs an einen Pferdekadaver gedacht. Mit Indianischem Kopfschmuck…. äh… die länger belichtete Wolkenformation tut ihr Übriges… ich mag sowas!
    Lieben Gruß vom Reinhard

  10. Hallo
    Ich habe gesehen, dass du mich auf meinem Blog überholt hast
    Vielen Dank
    Ich war sehr zufrieden.
    Ich weiß nicht, ob ich deinem Blog folge, ich glaube nicht.
    Weißt du, in letzter Zeit priorisiere ich jeden, der mir folgt.
    Es scheint mir richtig und richtig zu sein.
    Und es ist auch eine gute Möglichkeit, sich gegenseitig im Auge zu behalten.
    Von nun an folge ich dir und hoffe, dass du es erwiderst, indem du auch meinem Blog folgst.
    tschüss und einen schönen tag
    Natalia

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