Second Life….

….ok, dann bauen wir hier einen Schrottplatz hin und reissen dort die Apfelwiese dafür ab…und wieso ist der Baum da im Herbst so grün ? Das müssen wir umfärben und noch ein paar Menschen zusammenkleben, für die Kohlenhandlung …schön dreckig..ach, der Kesselwagen braucht noch etwas glänzendes Öl obendrauf und die Hamburger Beschriftung…draussen beisst das Virus wieder mehr oder weniger unschuldige Spaziergänger, da ist die Welt drinnen definitiv besser…und mal unter uns, hat nicht jeder irgendwie irgendwo ein Second life ? Nein, ich spekuliere nicht auf ein Leben im Jenseits , Second Life muss jetzt her…digital gab es da mal so was , ein jeder wollte mitmachen, sogar grosse Firmen hatten auf einmal eine digitale Zweitexistenz…allein, nach 10 Stunden Bildbearbeitung mit Photoshop reichte mir meine Monitorcomputerexistenz für diesen Tag völlig aus, da sollte das Second life schon etwas mehr im realen Leben verankert sein..und mal ehrlich, wir sind uns einig ….früher war definitiv alles besser…statt auf kleinen Handys die Abfahrtzeiten ausgefallener ICE Züge zu erfahren rollte die Dampflok mit ihren 4 Personenwagen pünktlich im Bahnhof ein…und das sogar bei Schneefall oder Temperaturen über 25 Grad ! So sollte es wieder sein und ich griff statt Tablett und Maus zu Pinzette und Klebstoff…zurück in die Zukunft der 60er wo es nur 3 Fernsehprogramme gab und man die Autos noch selbst reparieren konnte…und wenn das mit der Kohle im aktuellen Leben nicht so richtig klappen wird, ha, nullo Problemo, bau ich mir halt ne Kohlenhandlung und bin ab sofort Chef mit genug Kohle, wenn nicht auf dem Konto so zumindestens im Hinterhoflager.

Probleme mit meinen Angestellten habe ich übrigens nie, wer mosert kommt in die Bastelkiste und wird umgebaut :-) Statt Unkraut zu jäten muss ich jetzt welches pflanzen und bei jedem Spaziergang im ersten Leben richtet sich der Blick nach unten…es gilt brauchbare Fundstücke zu sammeln…so musste besagte zu bauende Schrotthandlung natürlich richtigen rostigen Boden haben…folglich kniete ich bei 34 Grad im Schatten eines Sonntags mit einem kleinen Löffel vor einer echten Schrotthandlung im Hafen und sammelte rostigen Boden in kleinen Gläsern…die herbeigerufene Staatsmacht in Form zweier Streifenwagenbesatzungen vermuteten illegale Drogenverstecke und erst als der Begriff : Modelleisenbahn… fiel war die Situation mit den kopfschüttelnden grinsenden Beamten geklärt…. Ja, auch für das Second Life müssen harte Opfer gebracht werden und überhaupt ähnelt sich das Leben von Fotograf und Modellbauer….beiden ist die reale Welt irgendwie zu komisch und sie Bastelen sie sich besser….Und wenn dann die kleine Rangierlok wieder einen neuen schön dreckigen Kesselwagen hinter sich her zieht…schnief….Das Leben kann so schön sein….zumindestens eine Stunde am Tag in der Modellbahnecke :-)

Veröffentlicht von juergen61

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51 Kommentare zu „Second Life….

    1. Gern geschehen :-) Das ist vor allem ein netter Zeitvertreib , wird nie fertig und irgendwas gibt es immer zu basteln… Genau wie in meinem Beruf als Fotograf :-) Ich wünsche dir ein schönes Wochenende, herzliche Grüsse von Jürgen

  1. Also, bei dir weiß ich ja nie so genau, was Real und was Second ist …
    aber wie auch hier verknüpfst du beides immer zu einer witzigen und originellen Mischung. Sind deine Montagen nun digital oder im Modell real … oder wie ich bei dir ehestens vermute, beides? Ein bisschen sehen die Bilder auch aus, wie im Toy-Modus fotografiert. Jedenfalls feine Arbeit, auf allen Gebieten.

    1. Tarnen und Täuschen :-) Aber das hier ist reale Handarbeit im Massstab 1:45 , nichts Photogeshoppt sondern alles geklebt und schnell mit der Kamera abfotografiert , ist auch noch nicht fertig, der Schrottplatz muss noch vollgestellt werden. Alles ist übrigens beleuchtbar und die Züge fahren…halt ein Miniaturwunderland …. Lieber Gruss, Jürgen

  2. Oh, das ist im Gesamten großartig…
    (Wobei eine Endoskopkamera hier noch eine andere (nicht unbedingt bessere, eben andere) Wirkung erzielen würde, also ‚auf Augenhöhe‘)
    Grüße!

      1. Oh, das sollte keine Kritik an sich sein. Die Fotos samt Bearbeitung sind super!
        Vor vielen Jahren hatte ich mal ein Modell eines Stadtteils gesehen und mir nichts dabei gedacht. Doch dann stand ein Monitor daneben und einer der dort Zuständigen fuhr mit einer Endoskopkamera durch die Modell-Straße. Beim Blick auf den Monitor erkannte ich erst meine Heimatstadt, tausende Male durchgeradelt.
        Ein typisches Beispiel für die tiefste Gangart in der Fotografie…. aber wem erzähle ich das…
        Schönstes Weekend!

        1. Das ist echt ein tolles Erlebnis, die Kameras sind mittlerweile so klein das man sie in die Führerstände der Loks bauen kann. Dann fährt die Lok los und du siehst auf dem Monitor aus der Sicht des Lokführers die Strecke..Illusion pur, aber wenn ich da meine grosse Canon EOS5 denke…ich müsste wohl einen Schwertransport mit Überbreite beantragen und beginnen erstmal alle Bäume entlang der Strecke zu fällen :-) Ich wünsche dir auch ein schönes Wochenende !

    1. Ich fahre auch ein Retro Mountainbike und höre Retro Musik…bin halt the Retro Man :-) Aber es macht schon Spass so als Berufsausgleich mal was konstruktives zu basteln statt immer nur die Welt rein digital zu erschaffen…Kostet aber viel zeit und das ist nun schon die vierte Version…wenn eine fertig ist hat man soviel dazugelernt das sie abgerissen wird und ich wieder von vorn auffange … Herzlicher Gruss, Jürgen

      1. o nein, nicht abreißen. Soll ich neues Baumaterial schicken? Hätte allerdings keine Ahnung, wo man so etwas herbekommt. Retro ist toll, Altes überhaupt. Mein Haus ist von 1794, viel Vintage und Shabby Chic Einrichtung, vor allem die Küche. Meine ganze Winter Studio Fotografie ist immer Retro. Ich vermisse die Flohmärkte so schmerzlich. Deine Fotos und Modelle haben aber immer ein ganz persönliche Retro Ausstrahlung. Und so viel Details. Klasse. Habe mir gerade gestern Abend bei einem Film vorgenommen, dass ich im nächsten Leben Kulissenbauer werde – nur für historische Filme.

        1. Die Flohmärkte vermisse ich auch sehr, freue mich jedes Jahr wenn Ostern die Saison wieder beginnt. Viele kleine Dinge lassen sich dort finden die man hinterher gut für Still Leben Fotos gebrauchen kann…aber dieses Jahr ging halt gar nichts…und Ebay ist da nur ein sehr schwacher Ersatz. Die Idee Kulissenbauer zu werden hat was, mein Nachbar macht so was hier am Theater , mit dem kann ich immer interessante Fachgespräche führen…. Grüsse von Jürgen

  3. Haben die Bull… äh, Polizisten das auch überprüft, daß Du auch wirklich kein Dealer bist, und ein bißchen von Deinem eingesammelten Rost die Nase hochgezogen? Kontrolle muß sein.;-)
    Hast Du nicht mal jobmäßig im Hamburger Miniaturland fotografiert? Deine Aufbauten können ihnen Konkurrenz machen.

    1. Ich kenne die Jungs vom Miniaturwunderland gut, die hatten früher mal eine Tecnodisco in der ich stundenlang abhing :-) Und jobmässig habe ich da schon öfter fotografiert…aber deren Konzept ist eher Grösse und Masse, ist halt eine Firma mit mittlerweile 60 Angestellten…und ich als Soloselbstständiger bastel allein an meinem kleinen Diorama. Die Staatsmacht hat echt komisch geschaut aber wenn du sagst du bist Modelleisenbahner hast du eine ähnliche Narrenfreiheit wie wenn du dich als Fotograf zu erkennen gibst :-)

      1. Ja, ich habe neulich einen Bericht über sie gesehen, allerdings aus Vor-Corona-Zeiten, da waren sie selbst ganz überwältigt von ihrem Erfolg und planten Erweiterungen.

        Ein Doppel-Narr also, sozusagen. Laß das nicht Deinen Sohn hören, der könnte das in seiner Pubertät gegen Dich verwenden. Daß die Narren die eigentlich Klugen sind, lernt man erst später.;-)

  4. Sehr sehr schön gebaut. Beim Betrachten der Bilder fällt mir dann meine Dauerbaustelle im Keller wieder ein. 1:160 und wahrscheinlich in 10 oder 15 Jahren fertig. Der Winter kommt ja, und vielleicht geht es dann da unten weiter.

    1. Hallo Lars,
      Bastelkeller hatte ich auch mal, da stehen jetzt aber die Räder und die von meiner Frau gesammelten Appel Computer der letzten 15 Jahre. Meine Welt ist die Spur 0 , 1:45….das ist eine kleine Platte 3 Meter lang und 60cm breit und kann zu beiden Seiten erweitert werden. Spur 0 ist super, man muss sich auf weniges konzentrieren weil sie viel Platz braucht, kann dafür aber sehr im Detail basteln. Wünsche dir noch einen schönen Sonntag, herzlicher Gruss, Jürgen

    1. Der Staub ist in der Tat ein Problem…jeden Monat einmal gibt es den Vater-Sohn Staubentfernungstag. Bewaffnet mit Staubpinsel, Tuch und Handstaubsauger macht jeder in seiner Bastelecke sauber, er putzt Legolandschaften, ich Modellbahnlandschaften . Und danach gehen wir beide als Belohnung gemeinsam einkaufen :-) Lieber Gruss, Jürgen

  5. Darf er nicht oder will er nicht – der Sohnemann -mitspielen? Sieht alles ein bisschen Retro aus,: es war einmal…war’s ja wirklich. Mir tun nur die armen weissen“Schäfe“ ( hat die Tochter immer zur Mehrzahl gesagt) leid, die werden bald schmutzig aussehen.
    Später Gruss an das Kind im Manne, Karin

  6. Du hast genau die Welt meines Vaters aufgebaut! Der hatte seinen ersten Job bei einem Fuhrunternehmer, der auch in Kohlen machte. Später dann natürlich Heizöl. Alles ein wenig schmierig, Dreck unter den Fingernägeln und kein Pardon gegen niemand. Aber Sonntags in der Kirche. Deswegen hatte unsere Modelleisenbahn nichts von dieser Welt. Es gab Faller-Häuschen und grüne Wiesen. Mach weiter so.

    1. Ich wusste doch das ich hart an der Realität bin…Faller Häuschen, grünen Wiesen und eine Kirche im Dorf am Berghang gab es auch auf meiner ersten Modellbahn, da war ich 5 Jahre alt. Mann müsste mal über die Psychologie des Modellbauers und seiner kleinen Kunstwelt in Bezug zur Realität schreiben…das würde eine hochinteressante Doktorarbeit :-) Lieber Gruss, Jürgen

    1. Oh, das überleben im Osten ist eigentlich ganz einfach, man darf nur nie bei grüner Ampel losfahren…als ich das in Zittau tat hätte ich beinahe einen bei tiefrot durchrasenden Motorradfahrer gerammt…danach braucht ich beim örtlichen Griechen erstmal eine dreifachen OUZO ….Lieber Gruss, Jürgen

    1. Danke dir ! Interessant ist wie sich die Wahrnehmungsebenen so verschieben, du mit deinen Montagen, ich mit meinem Modellbau und den Photoshop Collagen…immer stellt sich die Frage was ist an dem Bild Realität und was gebaute Realität. Herzlicher Gruss, Jürgen

  7. Ihre letzten Beiträge hat mir der verflixte Reader wieder nicht angezeigt…

    Klasse Industrielandschaftsbilder.

    Beispielsweise Photographie Numero Zwo: Ollen Heinz tappt die Treppenleiter hoch auf die Pritsche vom 319er Froschmaul. Kann den Kohleneimer kaum noch auf seiner mageren Schulter halten. (Wieso muss ich eigentlich immer die Pritsche laden?). Der Chef hat gerade Besuch von den Aussendienstmitarbeitern der Berufsgenossenschaft bekommen. Die inspizieren die Einrichtungen zur Arbeistssicherheit. Der Chef kratzt sich am HInterkopf. Wieso müssen die gerade jetzt hier auftauchen? Und ihren mausgrauen Behördenkäfer ausgerechnet direkt vor meinem Büro abstellen.
    Und schon gehts los: Sie müssten mal das Pflaster erneuern lassen. Oder zumindest die Löcher auffüllen. Da besteht Stolpergefahr. Und wenn die Schubkarre dort drüben nicht in Verwendung ist, darf sie dort auch nicht abgestellt werden. An dem Fensterladen hier links kann man im Vorbeigehen hängenbleiben. Da muss eine Befestigung ran.
    Und von oben schaut der Geselle Fritze die ganze Zeit über genüsslich zu, wie ollen Heinz die Kohlen auf der Pritsche verteilt.
    Du, Heinz! Geh jetzt und sortier endlich die Säcke und stell sie ordentlich hin. So verlässt der Wagen nicht den Hof, kapiert?
    Das wiederum hören die beiden Berufsgenossenschaftler und sehen zum wnkenden Heinz herüber.
    Sie können den Mann doch nicht über die klapprige Stiege den Lastwagen beladen lassen. Da muss ein Geländer ran. Oder Sie leisten sich einen zeitgemässen Aufzug.
    Aufzug? Ollen Heinz grinst sich einen. Er glaubt schon längst nicht mehr an Wunder…

    Bauen Sie nur weiter.
    Ich sende Ihnen einstweilen frühherbstliche Grüsse aus dem mausgrauen Bembelland,
    Herr Ärmel

    1. Sehr geehrter Herr Ärmel,
      vielen Dank für ihre wundervolle Geschichte ! Ich gebe gerne zu das ich beim Bau wichtige berufsgenossenschaftliche Dinge unterlassen habe…irgendwo muss halt gesparrt werden. Überhaupt …einen Aufzug….wozu gibt es starke Männer ? Renovieren täte mal not…allerdings ist mit dieser Art des Gewerbes kaum noch die dazu nötige Kohle zu verdienen…sie wissen schon…Elektroheizungen…Und jetzt wo ich hier so mit meinen 96 Jahren etwas müde aus dem Fenster der Altenverwahranstalt schaue…renovieren hätte sich nicht gelohnt denn nur wenige Jahre nach diesen Fotos legten die ersten grossen Schiffe mit so komischen Blechkisten im Hafen an…heute kann mein Enkel die alte Kohlenhandlung nicht mehr besuchen…ein grosser eingezäunter Parkplatz für tausende von Containern die von vollautomatischen Kränen zu den Schiffen gebracht werden…Tja, früher…das waren noch Zeiten… Herzlicher Gruss aus der verregneten Jetztzeit von Jürgen

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