Dead can dance…

toter wald quer1….dachte ich und fühlte mich an meine studienzeit zurück erinnert…ich habe ja in dortmund studiert und wie so das harte leben des studenten ist : es wurde ausgiebig gefeiert und in übel beleumdeten tanzschuppen abgehangen…damals wurde …gruftimusik…gespielt, von bands deren namen immer hart an der grenze der geschacklosigkeit war ….oder aber sehr mystisch…dazu passend wurde dann das weltelend zu schrillem gitarrengekreische hinausgebrüllt, unterstützt von sehr viel kunstnebel auf der tanzfläche und begeistert ihren langen haare schüttelnden jungs und mädchen in tiefschwarzer kleidung, gerne auch mäntel und kampfstiefel ..das ende war nah…wenigstens dieser welt…und wenn wir dann am montag morgen so gegen 4.00 mit der strassenbahn wieder in unsere studentenbuden zurückkehrten und dabei in die müden gesichter der frühschicht auf dem weg zur arbeit schauten…wussten wir : super, das ende der welt in all ihrer ungerechtigkeit wurde heute von uns wieder stilvoll begangen …spass hats auf jeden fall gemacht und mittwoch nacht folgt dann die fortsetzung des weltunterganges…hoffentlich ist die süsse mit den langen blonden haaren wieder mit dabei !….derweil ging um uns herum bei tageslicht das reale ruhrgebiet unter..zechen abgerissen , kokereien wurden geschlossen, stahlwerke stillgelegt und das wahre elend der welt war bereits morgends in form von arbeitslosen männern an jeder trinkhalle zu besichtigen….nun also einige jahrzehnte später fahre ich an dieser location vorbei, bremse, parke einen feldweg zu und laufe in den totenstillen wald hinei…merkwürdig : die musik jener tage ist sofort wieder präsent und leise summend denke ich : hier ist es sehr passend…das hier blieb über, zusammen mit dir als einziger mensch…und schön ist es eigentlich auch…sogar schöner als der heile wald …irgendwie wird man die erfahrungen und erlebnisse der jugend nie wieder los, wäre ich im schwarzwald aufgewachsen würde ich jetzt vermutlich nach aufforstung rufen und mich erschüttert umdrehen…so aber , geprägt durch das faszinierend kaputte ruhrgebiet fühle ich mich hier wohl….und werde doch in 4 stunden im beängstigend heilen hamburg erwartet….gut das ich die musik und die bilder mit mir rumtragen kann , unabhängig vom realen ort der anwesenheit…könnte sein das ich als kleiner träumer deswegen fotograf geworden bin….anhäufung von selbstinszenierten bildern zur erschaffung der perfekten eigenen weltwirklichkeit…und jetzt behauptet bloss nicht eure welt sei die realere 🙂

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23 Antworten zu “Dead can dance…

  1. Ach witzig, ich habe die ersten 10 Jahre in Recklinghausen gelebt. Ich schwärme immer noch von der schönen Kinderzeit und bin extra mal mit meiner Tochter auf die Buddestrasse gefahren, um ihr von meiner schönen Spielzeit an Ort und Stelle vorschwärmen zu können. „Dead can Dance“, die Musik habe ich leider nicht mehr im Ohr. Ich danke Dir für den Ausflug. Jetzt mache ich Schluß für heute am Computer. Gute Nacht!

    • das ist ja fast in der nachbarschaft, da habe ich immer radtouren von dortmund aus unternommen, wenn z.b. der circus roncalli dort gastierte…einmal kam ich dann aus der vorstellung und …rad weg, geklaut…dann per tramper zurück nach dortmund und als armer student auf ein neues rad gespart…beste grüsse, jürgen

  2. Ein paar Takte „Dead Can Dance“ jagt mich sofort wieder in meine eigene Vergangenheit, die sich fast exakt so anfühlte, wie du schriebst. Auch das Foto ist sehr passend.
    Danke für den Anstoß, schade nur, dass deine Texte etwas schwer zu lesen sind. Nix für ungut 🙂

    • wenn ein fotograf schon versucht zu schreiben….steckt viel ironie und spontanität dahinter, bitte manchmal zwischen den zeilen lesen…das könnte helfen …
      beste grüsse, jürgen

      • Achso, nein nein, das sagt mir zu 🙂 Ich meinte lediglich die fehlenden Absätze und so weiter ^^

      • das war so eine idee….soll eigentlich verdeutlichen das ich mich an den rechner setze und dann sehr schnell das schreibe was mir so durch den kopf geht…aber wenn du für fachmagazine schreibst geht das so natürlich gar nicht..werde mal über eine …richtige …schreibweise nachdenken 🙂

  3. Bin anderer Meinung… 😉 Man erinnert zich nicht in Punkten, Kommas und Absätzen… Es sind gedanken die vorbeischweben… Ich finde es gut so 😉

    • hallo nil, danke , und willkommen hier !… das war auch ziemlich genau meine idee, die fotos entstehen nach genauer planung..die worte dazu intuitiv und …im flow…, freue mich wenn es dir gefällt, gruss, jürgen

      • Ja, Jürgen hat das ja richtig erfasst: als professioneller Schreiber habe ich da einen anderen Blickwinkel drauf. Und ich verstehe auch die Intention hinter der Art des Schreibens. Das tolle an einem persönlichen Blog ist ja, dass man seine Vorstellungen umsetzen kann. Und auch schön, dass es direkt eine Gegenmeinung zu meinem Kommentar gibt 🙂

  4. hallo mario,
    freue mich aber das ihr beide dabei seid und hoffe das jeder seinen teil in meinem blog findet…und alle sind ( halbwegs) zufrieden…bis auf den schreiber/knipser…der übt schon wieder an neuen bildern 🙂

  5. Der Titel des Blogposts hat mich angesprochen ;-), diesmal nicht so sehr das Bild, nicht, dass ich es nicht mag….. Wenn ich nur drei Worte mit auf eine einsame Insel mitnehmen dürfte (ja, ich weiß, das ist normalerweise eine Scheibe (CD) ) wären es „Dead can Dance“ Ich liebe den Namen dieser Band, seit Alan Bangs sie damals im Rockpalast angekündigt hat. Der Klang dieser Worte, wie er sie aussprach war es. Die Musik mochte ich (damals noch) nicht. Klingt schräg? Ja, ist es auch irgendwie. Erinnert ein bisschen an „Ein Fisch namens Wanda“, wenn du weißt, was ich damit meine ;-).

    Am 19. Juni bin ich im Stadtpark und werde Dead Can Dance das erste Mal live hören 🙂 Schade, dass Alan Bangs sie sicher nicht ankündigen wird 😀

    LG, Conny

  6. hallo conny, dann sehen wir uns vielleicht, ich bin auch da wenn es beruflich klappt, ansonsten brauche ich nur die fenster öffnen…das büro liegt in hörweite :-)…und alan bangs ist natürlich eine legende für sich…und musikgeschichte…als radiomoderatoren noch mehr drauf hatten als schale witze und pseudolustige telefongewinnspiele…

  7. Ein schöner Ausflug in einer anderen Zeit! Auch die Kommentare sind interessant, vielen Dank dafür! 🙂
    L♥ebe Grüße
    Dina

    • hallo dina…
      das zeichnet das fortgeschrittene alter aus…man hat was wohin man sich im nostalgiegefühl hin flüchten kann…die jugend hat da nur eine leere gehirnhälfte 🙂
      lieber gruss und grosses kompliment auch für deinen schönen blog !
      jürgen

  8. meiner Meinung nach solltest du nichts ändern. Der Text wirkt wie eine Momentaufnahme, ein Gedankengang, rasch notiert bervor der Gedanke wieder weg ist. So wie die Kamera den Moment belichtet, so ist der Text für mich hier wie ein Spiegel dazu. Das Blitzlicht wird auf den momentanen Gedankengang gerichtet. Jegliches Überarbeiten, Nachkorrigieren nimmt dem Text das Spontane. Fände ich schade.

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