Max….

max…kenne ich nicht…und in diesen Tagen über einen Toten zu schreiben fällt schon schwer…jeder frühe Tod ist unverständlich…aber gleich 70 Tote in einem LKW…das ist im wahrsten Sinne unbeschreiblich…trotzdem muss man darüber schreiben…in der Hoffnung das diese hausgemachte Katastrophe ein menschliches Ende findet…und nicht nächste Woche schon wieder vergessen ist….was bleibt von einem Menschen…von Max ?  Es war vielleicht der stärkste Moment im Urlaub dieses Jahres, ich fuhr mit meinem Sohn eine kleine wunderschöne holprige Aleestrasse in der Uckermark Richtung Ostsee…als der Minichef plötzlich aufgeregt nach draussen zeigte…wir waren schon vorbei, ich parkte das Auto und durch die Stille gingen wir einige Schritte zurück….so was hatte er noch nicht gesehen…ein Andenken ?…irgendwie schon, wir sahen das Kreuz , den Baum mit den Schrammen und die völlig leere Strasse….absolut unverständlich und trotzdem ist Max hier viel zu früh gestorben…warum ,wieso,weshalb…die üblichen Fragen und keine Antworten…sehr still fuhren wir dann weiter…und im Rückspiegel konnte ich sehen wie es in ihm arbeitete …die Geschichte von Max der so alt war wie er als er starb und das Leben zu Ende war…keine schöne Urlaubsgeschichte…aber ich bin irgendwie ein bisschen froh das nicht immer alles cool und super und toll erscheint….und man mal einen kleinen Moment innehält im täglichen Business… und traurige Momente zulässt denn sie zeigen einem wie wertvoll das Leben jeden Tag ist…und das gilt für alle Menschen dieser Welt…wir werden dich nicht vergessen….Max !

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18 Antworten zu “Max….

  1. Auf den Landstraßen um unser Dorf herum komme ich oft an solchen Kreuzen vorbei, und es wird mir nicht zur Gewohnheit, immer zieht es meinen Blick an und meine Gedanken fangen an zu arbeiten, manchmal kenne ich den Unfall-Bericht, aber das spielt eigentlich keine Rolle.Es bewegt mich immer.
    Liebe Grüße Marlies

    • Hallo Marlies,
      als Stadtbewohner kennt man das so ja kaum…da ich oft auf Rügen bin weiss ich leider von der Bedeutung dieser Kreuze ( da gibt es eine Stelle wo gleich 5 davon stehen…) ich kann mich nicht daran gewöhnen und wenn man dann das Alter der Opfer liest….
      Lieber Gruss,
      Jürgen

      • Leider sind es bei diesen Unfällen meist die Jungen, was wohl mit der Unerfahrenheit und dem Leichtsinn zusammen hängt. Wo da manchmal überholt wird, da wundere ich mich, dass nicht noch mehr passiert.
        LG MArlies

  2. Ich fahre auch jeden Tag an einem solchen Kreuz vorüber und hatte ein Gedicht darüber geschrieben. Denn es ließ und läßt mich nicht los – dieses Schicksal.
    Das hast Du wunderbar geschrieben: Wir sollten hin und wieder innehalten und auch dann derer gedenken, wenn wir sie nicht kennen.

    Einen schönen Samstagabend und viele Grüße,

    Sylvia

    • Hallo Sylvia,
      es war wirklich nicht zu verstehen, diese kleine Strasse, die schöne Allee,die Ruhe und dann dieses Kreuz…die Gedanken wandern und versuchen
      zu verstehen…was wohl kaum zu verstehen ist…
      Dir wünsche ich einen schönen Sonntag,
      Grüsse von Jürgen

  3. Wie einfühlsam geschrieben! Jeder frühe oder „sinnlose“ Tod ist traurig, für den, der einen geliebten Menschen verlieren muss und es ist egal, ob es einer von zweien oder einer von hundert ist -sondern einfach nur unvergleichlich traurig. Genießen wir mit unseren Kindern die Gegenwart und wissen jeden Augenblick zu schätzen.
    Liebe Abendgrüße sendet
    Marlis

    • Hallo Susann,
      frag mal meinen Sohn…da kommt zuerst die Antwort : das ist der ewige Superchef der alles besser weiss und mich nicht bis 23 Uhr fernsehen lässt..aber er darf das und das ist ungerecht und überhaupt darf er dabei naschen und ich nicht und er kauft teure Kameras und mir nicht das 400€ Lego star wars Raumschiff….tja, es kommt immer auf die Perspektive an…weiss man als Fotograf doch 🙂
      Lieber Gruss, Jürgen

  4. Ja, du hast Recht: Wir sind zu viel und zu sehr mit uns und „business“ und „konsum“ und „Wachstum“ und dem täglichen Tun beschäftigt. Das Innehalten und das Fragen „Was ist sinnvoll“ und „Was gibt mir einen Sinn“, kommt doch viel zu kurz. – Erst angesichts einer Tragödie, die uns berührt, werden wir nachdenklich… „Ein einzelner Toter ist eine Tragödie; eine Million Tote sind eine Statistik. Danke für diesen berührenden Beitrag. Lg, Werner

  5. Ja, auch hier gibt diese Kreuze.. und wir finden immer wieder neue. Ich kann auch nie einfach so vorbeifahren, immer überlegt man und denkt es ist einfach furchtbar. Oft liebevoll geschmückte Gedenkstätten mit Kerzen .. das macht immer traurig…
    LG, Petra

    • Hallo Petra,
      es hat mal jemand gesagt das sei halt der Preis für …immer mehr…und …immer schneller…und fast jede Familiekutsche gibt es heute mit 300PS Motor…aber gewöhnen kann ich mich nicht daran und die Kreuze fragen auch ob wir uns da nicht in die falsche Richtung bewegen…
      Lieber Gruss,
      Jürgen

  6. Wie viele durch’s Autofahren sterben, besonders auch diejenigen, die das Steuer nicht in der Hand halten und die Geschwindigkeit nicht beeinflussen können, stimmt sehr traurig. Natürlich gibt es auch andere Gründe für solch dramatische Unfälle… Leider hat alles seine zwei Seiten, wie eben auch das ach so beliebte und praktische Auto.

    • Hallo Anette,
      ja , die beiden Seiten einer Medaille …aber man sollte ab und zu auch mal an die nicht glänzende Seite denken…und sich fragen ob die Verhältnisse so noch zu tolerieren sind.
      Lieber Gruss,
      Jürgen

  7. Hallo Jürgen,

    ein berührender Post. Ich glaube, sobald der Tod außerhalb der Institutionen und Friedhöfen wahrgenommen wird, berührt er uns sehr, denn normalerweise ist er aus unserem Leben ausgeklammert. Diese Kreuze des Gedenkens erinnern uns daran, wie schnell unser Leben vorbei sei kann. Schneller als ein Wimpernschlag. Für Kinder gilt dies besonders. Sie haben kaum die Chance, sich mit dem Tod auseinanderzusetzen, zumal „ihre“ Erwachsenen oft hilflos verstummen oder nebulöse, angstauslösende Antworten geben.

    LG, Conny

    • Hallo Conny,
      vielen Dank für deine Antwort , es ist ja auch für mich als Vater nicht einfach darüber mal locker zu sprechen…zumal wenn es keinen offensichtlichen Anlass gibt…aber dieses Kreuz am Wegesrand als Erinnerung an einen Jungen in seinem Alter …liess doch für einen Moment ein nachdenkliches Gespräch über das oft Unausgesprochene zu…
      LG Jürgen

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