driving home for christmas…

kokerei huckarde…läuft ja 24 tage vor dem stichtag bereits im radio…nebst all den anderen weihnachtsliedern die uns bereits seit anfang august die lebkuchen im supermarkt schmackhaft machen sollen…auch auf die gefahr hin das jetzt die hälfte aller lieben blogleser genervt aufstöhnt : fängt der jetzt auch an mit bildern von christbaumkugeln und weihnachtsessentipps…ich denke da eher an die stimmung die dieses stück von chris rea für mich vermittelt : also nach langer zeit mal wieder in die weit entfernte ehemalige heimat zurückzukommen und dann am frühen weihnachtsmorgen erstaunt durch die gegend zu laufen und festzustellen : irgendwie ist alles anders ….es riecht schon anders als in der erinnerung, die geräusche sind andere,die lieblingskneipe ein supermarkt und die tag ein tag aus arbeitende fabrik….eine ruine…..als ich noch im ruhrgebiet lebte roch man die heimat schon 10 km gegen den wind…leicht schwefelig und nach kohle…dann sah man die immer rauchenden schlote der kokereien und zechen und stahlwerke …und war zu hause…..heute fahre ich an den überall gleich aussehenden ausfallstrassen an tankstellen, supermärkten , baumärkten und 1€ läden entlang…es riecht nach autoabgasen …wo ist sie hin die heimat ? und vor allem all die menschen ?? in so einer kokerei mit zeche arbeiteten durchaus mal 10.000 menschen und bevölkerten den stadtteil mit zahllosen kneipen…heute ist alles still…totenstill , die kneipentüren verrammelt, die natur holt sich die fabrik zurück…der stadtteil stirbt….man begreift das die heimat überwiegend in einem selbst in der erinnerung existiert…wie in einem aktuellen songtext von axel bosse : wir können nichts wiederholen und warum sollten wir auch….nun, ich denke gerade an diesem 24. ist schon ein wenig der wunsch da , vor allem wenn man älter wird…ein wenig von früher sich nochmal zurückzuholen…allein : es klappt leider nicht….und so fuhr ich dann letztes jahr am 2ten weihnachtstag frustriert aber auch irgendwie erleichtert wieder zurück im meine aktuelle heimat…dieses jahr bleibe ich zuhause und lasse meine erinnerungen nicht durch die aktuallität beschädigen…das obligatorische weihnachtsbild seht ihr oben…dortmund huckarde ohne weihnachtsbaum und bling bling !

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12 Antworten zu “driving home for christmas…

  1. Ja, es muß wohl am Alter liegen..ich würde auch gerne noch mal meine „alte Heimat sehen… (die ja eigentlich ganz nah ist, aber ich komme einfach nicht hin).. vielleicht sollte ich es ganz lassen?
    So ein ganz kleines Glitzern oben wäre aber auch schön gewesen…
    LG, Petra

    • tja petra..es ist ein versuch mit offenem ausgang…ähnlich dem besuch von jahrgangstreffen und der ersten grossen liebe…hinterher ist man schlauer und bedauert vielleicht den besuch…zuviele schöne erinnerungen sind korrigiert durch die rauhe wirklichkeit…
      lieber gruss,
      jürgen

  2. Wie sachte schon dem großen Ruhrgebiets Dichter und Denker Frank Goosen sein Oppa imma:

    Ach….woanders is auch scheisse. 😀 😉

    Gruß
    Stefan

    • der ruhrgebietsmund :-)… weisheiten tief aus der seele auch wenn draussen die welt abgerissen wird…wenigstens hat der bvb in mainz gewonnen und ich kann mal eine nacht ohne albträume schlafen 🙂
      grüsse aus hamburg, jürgen

  3. Den Artikel habe ich mit meinem Mann geteilt, im direkten Gespräch, weil er mir besonders gefallen hat, voller Melancholie und interessanten Gedanken. Bin bloß bisher nicht dazu gekommen, das hier zu schreiben. Und dieses Weihnachtslied ist eines der wenigen, die ich sehr mag und welches eine besondere Bedeutung für uns hat, seit wir das erste Mal während unseres Auslandsaufenthaltes zu Weihnachten nach Hause flogen (Hongkong-Hamburg).

    Ich habe viel über deinen Satz nachgedacht, dass wir die Heimat in uns tragen. Ja. Aber sie ist auch äußerlich da. Wenn du von Barsbüttel nach Pinneberg fährst und vieles nicht mehr so ist wie „damals“ , machst du sie daran fest, was du in dir trägst. Wenn du aud Hongkong nach Hamburg über Frankfurt oder München kommst, ist sie das sofort, auch wenn du noch nie in diesen Städten warst. Die Sprache, die Gestik, die Mentalität der Menschen, die Brötchen umd so vieles mehr. In dem Moment empfand ich so. Ich hatte meine Wurzeln verloren und sie gleichzeitig tiefer empfunden, als ich es je für möglich gehalten hätte.

    LG, Conny

    • hallo conny,
      vielen dank über deine nachdenklichen sätze, es freut mich zu hören das es nicht nur meine eigenen gedanken(hirngespinste ?) sind mit denen ich meine blogleser überfalle sondern das ich sie durchaus teilen kann…so macht der blog neben all der gezeigten fotos richtig sinn und spass !
      lieber gruss,
      jürgen

  4. Pingback: Ein Baum, viele Fotos, noch mehr Gedanken – One tree, many photos, more thoughts | The J Conspiracy – Progressive Rock from Germany·

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